May 11

Das Ende einer Reise – Teil 6 – 11.05.2013 :: Das Erwachen – ein Auszug…

Während es langsam voran geht, hier ein kleines Auszug aus Skriptfassung 1 an der ich gerade noch sitze (und noch einiges vor mir habe 😉 )…

[…]

JIM DAWSON

(Schreckt aus einem Traum hoch) Was?

ERZÄHLER

Jim Dawson, ehemaliger Kommandant der Raumstation Infinity, blickte sich verstört um. Etwas stimmte nicht, etwas stimmte ganz und gar nicht! Das war ein Tagtraum und er hatte seit Jahren nicht mehr geträumt… nicht vom Dschungel, seiner Frau, seiner Tochter oder sonst irgendwas.Und schon gar nicht am helllichten Tag! Er krabbelte vorsichtig aus seinem kleinen Kokon aus Erde und Wurzeln, das eher an ein Vogelnest, als einen Unterschlupf erinnerte und in 15 Meter Höhe an einem Bau hing. Überhaupt hatte sich sein Leben verändert, seit damals, seit dem Ritual… er stutzte kurz während er sich in einer zerbrochenen Spiegelscheibe betrachtete… wie lange war das nun schon her? Er vermochte es nicht zu sagen… allerdings war ihm seit dem ein dicker, verfilzter Vollbart gewachsen.

JIM DAWSON

Robinson Crusoe look… mhh, allerdings habe ich die letzte Rasierklinge schon lange verbraucht… mhhh aber es hat was! (fährt sich raschelnd durch den Bart)

ERZÄHLER

Es mochte Jahre her sein, vielleicht Jahrzehnte… er konnte sich nur noch erinnern, das damals Betty, sein kleines Mädchen, in dem Kokon aus Licht verschwunden war!

JIM DAWSON

Betty,… ja, ich habe von Betty geträumt… komisch… wirklich komisch…

ERZÄHLER

Betty hatte ihn gerufen… aber Betty war seit eben jenem schicksalshaften Tag verschwunden!

JIM DAWSON

Mein kleines Mädchen! Sie braucht meine Hilfe!

ERZÄHLER

Jim griff sich seinen improvisierten Bogen samt einer Hand voll Pfeile. Unwillkürchlich musste er an Johnny Weismüller, bzw. Tarzan, einen seiner Jugendhelden denken.

JIM DAWSON

Die Filmmatinee im kleinen Kino von Herold Lloyd um die Ecke! Man das ist schon lange nicht mehr wahr! Ich darf keine Zeit verlieren!

ERZÄHLER

Jim begann mit dem Abstieg. Er würde nach Betty sehen… nach ihrem Kokon, der seit jener Nacht über Toronto Island schwebte. Es war nicht weit. Jim hatte sich nie weiter als ein paar Kilometer von der Küste entfernt. Dort fand er das Boot und mit wenigen Zügen war er mittenauf dem Lake Ontario.

JIM DAWSON

Verdammt! Was ist hier los!

ERZÄHLER

Jims stutzte… von hier aus hätte er bereits den Kokon aus Licht sehen müssen – selbst am Tag. Doch da war nichts. Mit weiteren Ruderstößen erreichte er das andere Ufer. Die letzten Schritte rannte er und erreichte den Platz des Rituals… nichts…

JIM DAWSON

(Verzweifelung!)

Das darf nicht wahr sein! Sie muss doch hier sein! (In die weite gerufen) BETTY? BETTY, mein Schatz wo bist Du? BETTY! (wieder zu sich) Sie kann unmöglichweg sein!

BEN JOSEPH

Sie ist fort!

JIM DAWSON

Was?

ERZÄHLER

Jim fuhr herum und starrte ungläubig seinen alten Freund Ben Joseph an…

BEN JOSEPH

Alles ist fort, Jim!

JIM DAWSON

Ben? Was… was MACHST Du hier? Wir…

BEN JOSEPH

Ja es ist schon eine Weile her… ich hatte einen Traum! Du weißt schon, einen dieser speziellen Träume!

JIM DAWSON

Du auch? Ich habe Betty gesehen, sie hat um Hilfe gerufen und dann war sie weg!

BEN JOSEPH

Sieht so aus, als wäre unsere Reise doch noch nicht zu Ende!

JIM DAWSON

Aber warum jetzt auf einmal? Diese ganze Zeit…
[…]

April 28

Das Ende einer Reise – Teil 5 – 28.04.2013 :: Die dunkle Seite der Macht…

Sodele, das hoffentlich letzte Mal krank dieses Jahr…

Heute gehts um das Thema “Gut” gegen “Böse” und ich setze gleich mal die These in den Raum, dass das in den meisten Fällen Unfug und wenig hilfreich ist…

Wenn Ihr Euch einen Protagonisten und einen Antagonisten (böse Wörter) für Eure Geschichte überlegt, braucht Ihr neben einigen Charaktereigenschaften vor allem ein Motiv. Funktioniert wie in einem Krimi… man sitzt also vor seinem Tatverdächtigen und muss ihn verhören. Warum ist das Motiv so wichtig? Die wenigsten – zumindest die nicht Cliché-Überfrachteten – Bösewichte sind es eigentlich nicht, denn sie tun, was sie tun aus einem Grund: Und den muss man beim Schreiben wissen, denn nur so, kann man über die Dialoge hinaus einen Charakter auch so handeln lassen…

Huch, wie passt das in die Welt von Another World? Mit Episode 3 wurden die Körperlosen Stimmen eingeführt. Hintergrund war, dass es einen ersten Blick hinter die Kulissen geben sollte. Klar ist für den genauen Zuhörer, dass es da zwei Fraktionen gibt, die zwar miteinander Reden, die aber gegeneinander Arbeiten: Die Beobachter und die Bewahrer… die Idee dahinter war, unsere wackeren Helden einer Prüfung zu unterziehen (siehe Teil 4) – die Beobachter wollen, dass die Gruppe Erfolg hat, die Bewahrer tun alles, um sie in Versuchung zu führen oder zum Scheitern zu bringen. Offiziell dürfen beide sich nicht direkt einmischen, aber haltet tun sich beide nicht dran.

Die Beobachter werden von Kate Dawson in den Träumen verkörpert (hat seinen Sinn, kommt in Folge 5 😉 ) – in der Stimmenwelt ist das Omega – die Bewahrer werden von Takeshi Timaro symbolisiert – in Rückblenden, bzw. im Monolithen (Folge 3) – in der Kopfstimmenwelt Alpha, der Ed Sawyer, bzw. Jeffrey Deans Körper übernommen hatte und von Zak Ford in einem Herzstillstand-Finale in einen Abgrund gestürzt wurde.

Man kann eigentlich weder die Beobachter oder die Bewahrer klar als Gute oder Böse identifizieren, denn beide Parteien manipulieren unsere Helden zu Ihrem Zweck, abgesehen davon, dass sie vom Erfolg der Beoabachter mehr haben, als den Bewahrern. Ihre Rollen definieren sich also vor allem durch ihr handeln und ihre taten und weniger durch stringente Rollenverteilung.

Ich persönlich finde das spannend und versuche, so alle Charakterbeziehungen in meinen Geschichten aufzubauen. Es hilft vor allem, die Handlungen plausibel und nachvollziehbar zu machen, damit sich das Publikum, der Leser, der Hörer nicht am Ende am Kopf kratzt, was denn nun schon wieder schief gegangen ist und ob man ein wichtiges Detail vergessen hat. Denn so folgt man einfacher dem roten Geschichtsfaden und wird im besten Fall in die Story hineingezogen.

Soviel von der Front! Euch erstmal einen schönen Restsonntag!

Euer Falk

April 16

Das Ende einer Reise – Teil 4 – 16.04.2013 :: Der richtige Ton macht die Musik

Für mich ist beim schreiben die richtige Stimmung wichtig. Je besser ich mich in die jeweilige Szene hineinversetzen kann, desto besser kann ich sie am Ende schreiben. Dabei lasse ich mich sehr gerne von passender Musik inspirieren und wer “Another World” kennt weiß, welche Rolle Musik in der Geschichte spielt. Lange bevor wir Skript und Sprechertechnisch auf dem richtigen Weg waren, hat die Musik auf ganzer Linie überzeugt. Ich muss mich an dieser Stelle sehr bei der Britin Helen Trevillion bedanken, die uns ihre Musik für die Illustrierung der anderen Welt zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn die Musik bereits vorher da war, passen einige Stücke als wären sie nur für unsere Geschichte geschrieben worden.

Wer erinnert sich am Ende von Episode 3 – die Szene nach dem Abspann, in der Betty auf eine eine Frau trifft, die sich als Ihre Schwester vorstellt. Es sei soviel verraten, dass es nicht ihre Schwester war, aber der Song “Sister” stellt die perfekte Gefühlsbasis für diesen kleinen Baustein im großen Gefüge da – ja auch dieses kleine Rätsel wird beantwortet werden …

Oder in der Szene als Jim und die Crew am Ende von Folge 2 aus dem Shuttle steigen und sich Ihr Traum offenbart. “The Awakening” sorgte – zumindest bei mir – für Gänsehaut und stellt den Übergang vom eher beklemmenden inneren des Shuttles in eine fremde und doch vertraute Welt da.

Besonders mag ich aber den Song “Heaven Hides” der in Folge 1 einen sehr emotionalen Moment markiert und auch hier passen die Texte wie angegossen.

“[…]Heaven hides here
in broken promises
his mourning darkness
joy forgotten, direction lost
here in night’s last breath
Heaven lies flickering
between threads of sorrow[…]

Helen und Ihre Musik gefunden zu haben, war der große Glücksfall, sowohl für mich als Autor als Inspiration, als auch für die Produktion selbst. Ich kann Euch sehr Ihre Homepage empfehlen, wo Ihr alle Songs anhören könnt. Wenn Euch die Musik auch in Ihren Bann zieht, kauf Euch auf jeden Fall Ihr Album “Inside Myself” auf dem auch viele Songs aus dem “Another World”-Soundtrack zu finden sind, neben vielen anderen schönen Songs!

Aber nicht nur Helen hat uns immens unterstützt, sondern auch unser langjähriger Weggefährte Markus Holler (ohne ihn wäre die Monolithszene in Folge 3 nicht halb so episch ausgefallen, aber noch viele andere) oder Stefan »Doc da Seltzam« Lübke (für die elektronischen Zwischentöne der andere Welt) – ein Stück aus Folge 2 steuerte auch Hartmut Breuer bei.

Musik ist ein mächtiges Werkzeug zum verstärken von Emotionen und Hörerbindung – für mich beim Schreiben auch unerlässlich. Für jede Folge hatte ich eine eigene Playlist, die meinige für Episode 5 veröffentliche ich demnächst hier…

Euer Falk

April 15

Das Ende einer Reise – Teil 3 – 15.04.2013 :: Die Geschichte finden…

Am Anfang war das Blatt und es war weiß und leer…

(Der folgende Post kann leichte bis mittlere Storyspoiler enthalten – lesen auf eigene Gefahr)

Ich schrieb schon in einem vorangegangenen Post, dass ich bei einer Geschichte, mir zuerst den Anfang und das Ende überlege. Im Falle von Another World 5 ist das gar nicht so einfach, da dass ganze – um auf die offenen Fragen aller Zeitperioden einzugehen, die Handlung in Vergangenheit und Zukunft spielen soll. Die Geschichte beginnt also gut 10 Jahre vor bzw. gut 10 Jahre nach den Ereignissen von Teil 4. Bettys Befreiung, dem Ritual und Aufstieg, und dem Sieg über Alpha. Als Künstlerischen Kniff sollten die Zeitebenen gegeneinander laufen lassen – sprich die Vergangenheit läuft Rückwärts, beginnt also mit dem Ende, die Zukunft läuft vorwärts und endet mit einem Epilog: Alles hat einen Anfang und ein Ende – so war es immer, so wird es immer sein.

Der Kreislauf führt uns am Ende also gleichzeitig zum Anfang. Daraus leiten sich 15 Kapitel ab, denen ich provisorisch folgende Namen gebe:

  • Prolog
  • Die Anomalie
  • 13. Jahre, eine Ewigkeit
  • Verräter / Sabotage
  • Die Lehren des Flick
  • Kontrollverlust
  • Wiedervereinigung
  • Schwangerschaft
  • Verfolgung
  • Startvorbereitungen
  • Gefangenschaft
  • Verschwörung
  • Die Befreiung
  • Die Hochzeit
  • Das Ende der Reise, der beginn einer neuen…

Dabei habe ich mich vor allem an einer inneren Liste an offenen Fragen und Storypunkten entlang gehangelt, die sich über Episode 1-4 abgezeichnet haben und wichtige Eckpunkte der bisherigen Handlung darstellen. Die Zeitabfolge wechselt sich übrigens ab, um die Handlung in Bewegung zu halten, rund um die wichtigen Wegstationen:

  • Prolog
  • [PAST] Die Anomalie
  • [FUTURE] 13. Jahre, eine Ewigkeit
  • [PAST] Verräter / Sabotage
  • [FUTURE] Die Lehren des Flick
  • [PAST] Kontrollverlust
  • [FUTURE] Wiedervereinigung
  • [PAST] Schwangerschaft
  • [FUTURE] Verfolgung
  • [PAST] Startvorbereitungen
  • [FUTURE] Gefangenschaft
  • [PAST] Verschwörung
  • [FUTURE] Die Befreiung
  • [PAST] Die Hochzeit
  • [FUTURE] Das Ende der Reise, der Beginn einer neuen…

Der nächste Schritt besteht darin, dass ich dieses Grobgerüst ausformuliere, sprich mir genau zurechtlege was in welchem Kapitel stehen wird. Ein Kapitel kann bei mir übrigens aus mehreren Szenen bestehen und sollte im Normalfall 4-5 Minuten lang sein. Manche sind Länger andere Kürzer. Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich mir darüber aber keine Gedanken. Dafür ist in der ersten Überarbeitungsrunde, wenn man sich das Pacing – den Storyverlauf – etwas genauer vornimmt, noch genug Zeit.

Als Beispiel, seien hier mal der Prolog und das zweite Kapitel herausgenommen:

Prolog

“Alles hat einen Anfang und ein Ende!” – “So war es immer!” – “So wird es immer sein!”

Körperlose Stimmen schweben über der Welt – sehen Vergangenheit und Zukunft, die Zusammenhänge und die große Aufgabe. Es gibt viel zu tun… es ist viel geschehen. Am Anfang steht die Prüfung und am Ende steht ein neuer Anfang. Der Keim des Lebens, er wurde erneuert und die Welt wieder auf Start gesetzt. Und doch gibt es eine letzte Aufgabe und die Vorbereitungen für den Aufbruch. Eine Offenbahrung deutet sich an.

Kapitel 1 – 13. Jahre, eine Ewigkeit

Jim Dawson schreckt aus einem wirren Traum hoch – es ist der erste Traum, den er seit den vergangenen Ereignissen hatte. Es ist Winter geworden, der 13. seit Jims kleine Tochter in einem Kokon aus Licht eingeschlossen wurde und seine Nächste traumlos wurden. Eine Unruhe befällt Jim – etwas ist anders. Er verlässt seinen Baumschlafplatz. Es ist Kalt als Jim den Baum – seinen Schlafplatz – herunter klettert. Die Zeit – die Jagd und das wilde Leben, haben ihn von außen hart gemacht. Und doch beherrschen Selbstzweifel den einzigen Anführer. Hätte er Zak und Ed retten können? Hätte er Kate retten können? Warum hatte er ihrer aller Tod nicht verhindern können. Die Gruppe hatte sich damals kurz nach allem zerstritten und aufgeteilt. Jim selbst war in der Nähe der Insel geblieben, wo das Ritual ihm seinen wervollsten Schatz geraubt hatte… jetzt kehrt er dorthin zurück und muss feststellen, dass der Kokon verschwunden ist – er hat es in seinem Traum gesehen und er hat eine letzte Aufgabe bekommen. In Gedanken bemerkt er nicht, dass eine Gestalt von hinten an ihn heran getreten ist. Es ist Ben Joseph, sein alter Freund und Weggefährte. Auch er hatte einen Traum. Beide wissen was zu tun ist – sie müssen die anderen finden und ein allerletztes Abenteuer bestreiten – wie in alten Zeiten.

Der Text ist roh, unbearbeitet, an vielen Stellen noch nicht ganz schlüssig. Er soll zu einen kurz die Handlung zusammenfassen, aber auch die passende Stimmung erzeugen. Jetzt schreibe ich derartige Zusammenfassung für alle 15 Kapitel, um die Übersicht zu bekommen – ist alles enthalten was ich in der Folge brauche? Fehlt noch etwas oder ist noch ein Logikfehler enthalten. Ggf. muss ich das eine oder andere Kapitel weiter ausformulieren, um etwaige Storystricke zu sichten und zu beseitigen. Erst dann kann es weitergehen 😉

Euer Falk

April 14

Das Ende einer Reise – Teil 2 – 14.04.2013 :: Struktur

Reisevorbereitungen

Jede Reise hat einen Anfang, einen Verlauf und ein Ende. So ist es auch mit einer Geschichte. Im Falle von „Another World“ gibt es ja bereits vier Episoden:

Die Geschichte selbst ist als klassische Trilogie ausgelegt. Episode 1 & 2 bieten den Anfang – die Hauptcharaktere und das Setting werden vorgestellt und vertieft. Episode 3 bildet den Mittelteil, in dem vor allem die Handlung im Fokus steht. Und last but not least: Episode 4 & 5 bilden dann den Abschluss, in dem die Geschichte zu einem Ende geführt wird und die einzelnen Storyfäden abgeschlossen werden.

Im Falle von „Another World“ ist die Haupthandlung mit Episode 4 zu Ende gegangen. Episode 5 schließt das ganze ab und verrät, wie es nach dem Ende weitergegangen ist.

Ursprünglich war Episode 4 mit einem harten Cliffhanger geplant, der am Ende allerdings abgemildert wurde. Nach dem Ende wurde eine Szene hinzugefügt, die ein „kleines“ Happy End für zwei der Charaktere, sowie einen Hinweis auf das Ergebnis der Ereignisse gibt. Die Aufgabe von Episode 5 ist nun, den Ball aufzunehmen und die Reise zu einem Ende zu bringen.

Wichtige Fragen müssen geklärt werden: Wer sind die körperlosen Stimmen? Was steckt hinter den Träumen? Was hinter der Prüfung? Was ist mit Betty geschehen? Wer war Takeshi Timaro wirklich und warum wusste er bereits vor dem Beginn der Mission was passieren würde? Was war die Aufgabe des Monolithen? Was ist mit Jims Frau, bzw. Bettys Mutter? Was ist in den Ruinen von Toronto geschehen? Was ist mit diesen „Alien Wölfen“? Warum wurde Stacy mit der Sabotage der Mission beauftragt? Was war die Rolle von Jeff Dean und warum musste Todd Flanders sterben? Warum wurde die Kommunikationsanlage auf Infinity sabotiert? Warum wollte man Takeshi Timaro die Kontrolle über sein eigenes Projekt entziehen?  Was ist das Konsortium und wie hängt es in der Mission? Was war überhaupt Sinn und Zweck der Mission? … um nur ein paar der Fragen in den Raum zu werfen, die in Episode 5 beantwortet werden müssen.

Auf die meisten Fragen gibt es bereits jetzt eine schlüssige Erklärung, die jetzt in eine möglichst spannende Handlung verwebt werden müssen. Um alle Fragen zu beantworten will ich zu einem erzählerischen Kniff greifen: Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, der Vergangenheit und der Zukunft. Etwa 10 Jahre sind seit den Ereignissen in Toronto vergangen – dazu werden die Schlüsselmomente aus der Vergangenheit in einer zweiten Erzählebene eingestreut. Aktuell bin ich am überlegen, ob es Sinn machen könnte, einen zweiten Erzähler zu installieren, um den Übergang im Hörspiel deutlicher zu gestalten. Alternativ könnte man die Szenen in der Vergangenheit aber auch ohne Erzähler beschreiben – was allerdings nicht zum bisherigen Stil der Serie passen würde.

Welche Fragen aus den bisherigen Folgen, bzw. deren Aufklärung würde Euch am meisten interessieren?

Euer Falk

April 13

Das Ende einer Reise – Teil 1 – 13.04.2013 :: Vorwehen

Vorwort

Der folgende Blog soll meine persönliche Reise, bzw. meine Arbeit am Skript zum letzten Kapitel der Geschichte dokumentieren, mit der ich meine Skriptschreibtätigkeit begonnen habe. Den Blog selbst führe ich dabei vor allem für mich, um meine Gedanken und Ideen zu sortieren. Ich kann also keinesfalls garantieren, dass ich keine Storyspoiler besprechen werde. Am meisten wird es aber um die Charaktere, Zusammenhänge und Begebenheiten gehen, die die Geschichte vorangetrieben haben, die vor etwa 7 Jahren ihren Anfang genommen hat. Wer mich auf diesem Weg begleiten möchte, tut dies also auf eigene Gefahr.

„Warum! Warum dauert das so lange!“

Eine Frage, die ich in den letzten Jahren relativ häufig gestellt bekommen habe und die nicht ganz einfach zu beantworten ist. Vor allem gab es viele andere Dinge zu tun, private wie geschäftliche, aber es geht noch viel tiefer. Es geht darum ein großes Kapitel abzuschließen und quasi mein Meisterstück zu schaffen. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich auch Angst vor dieser Aufgabe hatte und zum Teil immer noch habe.

Als Autor erschafft man eine Welt, bevölkert sie mit Charakteren und schickt sie auf lustige, spannende und / oder phantastische Abenteuer. Im Falle von Another World kommt dazu, dass die Geschichte immer so gefasst war, dass ein großer Teil der Auflösung immer im Verborgenen lag, damit der geneigte Zuhörer seine eigene Phantasie ins Spiel bringen konnte – was steckt hinter allem, wie wird es wohl ausgehen.

Es ist einer der wichtigen Mechanismen des Mystery-Genres. TV-Serien wie „Lost“ – eines der großen Vorbilder für die Erzähl- und Charakterstruktur in „Another World“ – stand am Ende vor genau dem Problem, eine riesige Erwartungshaltung aufgebaut zu haben, die am Schluss viele der langjährigen Fans der Reihe in hohem Maße enttäuscht hat. Mit einem ähnlichen Schicksal wird auch das letzte Kapitel meiner Geschichte verdammt sein, deren Ende bereits sehr früh fest stand. Ich schrieb den Entwurf für die allerletzte Szene bereits nach Fertigstellung der zweiten Folge – das eigentliche Ende war eigentlich schon seit Anfang klar. So war es immerhin möglich einen Teil der Auflösung in kleinen Häppchen immer wieder in den vorangegangenen Episoden zu verstecken. Ich hoffe daher, dass die Erwartung der Hörer entsprechend schon in die richtige Richtung gelenkt wurde – die entsprechenden Reaktionen beim Publikum sind ein weiterer Grund, weswegen ich mich lange vor dem Abschluss gedrückt habe.

Ein Traum wird wahr…

So sicher das Ende war, so unsicher war der Weg. Ich habe im Making Of und in diversen Interviews und Texte immer wieder gern erzählt, dass die Idee zu „Another World“ einem Traum entsprang, den ich vor vielen Jahren hatte. Darin kam kleines Mädchen Namens Betty vor, dass mit einer Gruppe Astronauten von einer Raumstation zu einer entvölkerten und verwilderten Erde zurück kehrte, später entführt und am Ende Teil einer neuen Evolution wurde. Der Traum selbst wiederrum dürfte aber auch durch die Genre-Serie „Earth2“ geprägt worden sein, deren Plot doch viele Ähnlichkeiten aufweist… wer weiß.

Es mag ein Quenchen Wahrheit darin liegen, dass es immer schwerer wird, völlig eigene und unabhängige Ideen zu haben, die nicht in einer ähnlichen Form schon einmal vorher da waren. Ich sehe das Geschichtenerzählen vor allem als Kunst, bekannte und neue Puzzlestücke zu einer eigenen Handlung zusammen zu führen. Wobei das „Kunst“ in Anführungszeichen zu setzen ist, denn Schreiben ist zu einem sehr großen Teil erlernbares Handwerk. Literaturempfehlungen zu dem Thema gebe ich auf Rückfrage gern, vielleicht werde ich im Laufe dieser Reihe auch den ein oder anderen Buchtipp geben.

Aller Anfang ist schwer

Nachdem ich den letzten 3 Wochen mehr oder weniger krank mich noch einmal durch die Originalhörspiele 1-4 gelauscht habe, denke ich, ausreichend genug wieder in der Geschichte zu stecken um weiter zu machen. In den vergangenen 4 Jahren habe ich öfter den Versuch unternommen, in die andere Welt zurück zu kehren, mein Schreibstil hat sich seitdem allerdings ganz anders entwickelt und es fällt mich schwer wieder in den „alten“ Modus zu schalten.
Auf der anderen Seite konnte man bereits von Episode 1-4 meine Entwicklung als Autor verfolgen: Episode 1 ist teilweise wirklich noch dilettantisch geschrieben, mit vielen Fehlern und einer Grammatik aus der Hölle. Aber von Folge zu folge hört man nicht nur den Fortschritt in der Produktionstechnik und das die Sprecher immer besser in ihre Rollen gefunden haben, sondern auch, wie meine Schreibe gewachsen ist.

Als nächstes werde ich mich über die Struktur der Geschichte her machen:

  1. Am Anfang definiere ich den Anfang und das Ende der Geschichte – ist in diesem Fall schon geschehen.
  2. Dann setzte ich den groben roten Faden mit zumeist 14-15 Kapiteln auf – darüber kann ich am Ende auch ganz gut die ungefähre Lauflänge der Geschichte planen.
  3. Jedes Kapitel wird dann mit ein paar Sätzen ausgeführt, damit ich mir über die Handlung der Geschichte bewusst werde und was evtl. noch an Elementen fehlt. Daraus entsteht ein Exposé. Aus Erfahrung der Vergangenheit empfehle ich jedem, sich so genau wie möglich an diesem Punkt schon um die Ausformulierung der Geschichte zu bemühen. Es verhindert ggf. in eine Schreibblockade zu kommen, wenn man beim eigentlichen Schreiben darüber stolpert, dass der Plot an einer bestimmten Stelle so nicht funktioniert und man mitten drin einen großen Teil der Haupthandlung umschreiben muss, damit alles wieder passt – zu hören z.B. beim der zweiten Episode von „Der Fluch“…
  4. Es hilft sich genauer mit seinen Charakteren auseinander zu setzen. Im Falle von „Another World“ ist es ein Ensemblestück, sprich alle Hauptcharaktere brauchen eine ausreichende Hintergrundgeschichte und Charaktereigenschaften, die Ihr Handeln erklären.
  5. Und dann geht es mit dem eigentlichen ins reine Schreiben los. Man sollte sich keine falschen Illusionen machen – am Ende wird man noch diverse Überarbeitungsrunden benötigen – die Geschichte muss gestrafft werden, usw. und so fort.
  6. Es folgen mehrere Überarbeitungsläufe, gefolgt von Lektorats Runden. Es empfiehlt sich, jemanden bei der Hand zu haben, der offen und detailliert Kritik äußert.

Im Laufe des Blogs werde ich auf die einzelnen Punkte aber noch weiter eingehen. Fragen zu den Einzelnen Einträgen sind mir gerne willkommen.

Viele Grüße aus der Anderen Welt!

Euer Falk

December 11

Deleted Scenes

Ähnlich wie bei einem Film, so kommt es auch beim Schreiben vor, das man eine Szene schreibt, sie dann aber im Bearbeitungslauf dann doch wieder streicht, weil sie nicht mehr passt, für den Handlungsverlauf nicht wichtig genug ist oder den Flow stöhrt. So auch beim Schreiben von Der Fluch 2.

Die folgende Szene sollte die Eröffnungsszene sein: Ähnlich wie das oft bei amerikanischen TV Serien gemacht wird, hätte es mit einem Bruch beginnen sollen, um a.) den Bezug zum Anfang von Folge 1 herzustellen und b.) eine logische Verbindung zu Folge 2 und c.) eine spätere Figur einzuführen.

Nun aber, nachdem ich den Rest geschrieben hatte, wollte das ganze nicht mehr so passen… deshalb musste diese Szene weichen. Ich will das ganze Euch trotzdem nicht vorenthalten… sie enthält nur bestenfalls leichte Spoiler, also keine Angst….

===

SOUND: EINE FÄHRE DIE KURZ DAVOR IST VON PORT HARDY ZUM FESTLAND ÜBER ZU SETZEN. ES IST EIN SCHIFFSHORN ZU HÖREN UND EINIGE LEUTE DIE SICH UNTERHALTEN. DIE LETZTEN AUTOS FAHREN AUF DIE FÄHRE.

PETE
(WILD GESTIKULIEREND, LEICHT GENERVT…)
Macht schon! Einer Nach dem anderen! Nein, HALT! Genau soweit! Urgs!

STEVIE
Na, Pete (spricht sich Piet)?

PETE
(GENERVT…)
Touristen, ich hasse sie! Haben keine Ahnung wie man seinen Wagen sauber einparkt!

STEVIE
Das wird noch ne tolle Überfahrt! Ahh… bin nachher in Prince Rupert auf ein Bier im Joey’s! Kommst Du auch mit?

PETE
Geht nicht… muss nachher noch nach Port Hardy zurück! Elternbesuch!

STEVIE
Alter Looser!

SOUND: WÄHREND DIE BEIDEN MATROSEN WEITER DIE WÄGEN AUF DIE PLÄTZE EINWEISEN FÄHRT DIE KAMERA WEITER ÜBER DAS DECK! WÄHREND DAS SCHIFF ABLEGT UND MIT EINEM HORNSTOSS FAHRT AUFNIMMT. DER MOTOR HEULT AUF.

CAPTAIN HOLLER
(VON WEITEM)
LEINEN LOS! LOS GEHTS!

MATHILDA
Aber haben sie das von diesem schrecklichen Mord gehört?

KELLY
Da sagen sie was! Man konnte ihn nicht mal mehr identifizieren!

BRENDA
Also ICH habe gehört es wäre der alte Henderson gewesen. Soll sich bei einer Party gestern schon beinahe zu Tode gesoffen haben!

MATHILDA
Unfung! Habe ihn vorhin erst gesehen!

BRENDA
Ich wohne seit 30ig Jahren in Port Hardy, aber so etwas habe ich noch nie erlebt!

KELLY
Tja da denkt man an nichts böses… Ich will heute Mittag erstmal nach Prinz Rupert! Meine Cousine besuchen und…was ist das?

SOUND: DAS SCHIFF BEGINNT BEREITS WÄHREND DER UNTERHALTUNG LEICHT ZU SCHWANKEN. DANN PLÖTZLICH HEBT SICH DAS LANGSAM HECK 4 METER AUS DEM WASSER! AUTOS UND MENSCHEN KUGELN ÜBER BORD

KELLY
Oh Mein Gott! Das Schiff sinkt!(Panisch geschriehen!)

MATHILDA
Haltet Euch bloß fest! Nicht loslassen! (Panisch geschriehen!)

BRENDA
AHHHHHHH

CAPTAIN HOLLER
Das darf doch nicht war sein!

STEVIE
Wir sind auf etwas auf gelaufen! Captain! Der Kahn kriegt Schlagseite!

CAPTAIN HOLLER
(GESCHRIEHEN, MUSS JA ZUM MASCHINENRAUM KLINGEN ^^)
VOLLER STOP!

PETE
Wir haben doch schon längst gestoppt! Wir kriegen immer mehr schieflage!

CAPTAIN HOLLER
Das ist das Ende! AHHHH!!!!

PETE
AHHHHH

STEVIE
AHHHHH

MATHILDA
AHHHH

KELLY
AHHHH!!

SOUND: MIT EINEM GEWALTIGEN RUCK, KNARZEN UND EINEM WASSERPLATSCH IST DAS BOOT WIEDER IN DER WAGERECHTEN

CAPTAIN HOLLER
(AUSSER SICH)
Verdammt, was bei Poseidon war das, Jungs?

STEVIE
Captain, da drüben!

CAPTAIN HOLLER
Jesus, Maria und …. das ist doch… was für ein Riesending!

ABERLEIGH
(VON HINTEN)
Warum muss alles Unbekannte immer gleich als Ding…

PETE
Wenn das ein Wal ist, freß ich einen Besen!

CAPTAIN HOLLER
Masst und Schottbruch! Das IST kein Wal!

MATHILDA
(FÄLLT SCHREIEN IN OHNMACHT!)

KELLY
Mathilda? Alles in Ordnung, komm zu Dir, es ist alles wieder in Ordnung!

===> Insides <===

> Mathilda ist dieselbe, die in Episode 1 auf der Party kurz auftritt.
> “Warum wird alles Unbekannte immer gleich als Ding bezeichnet” ist ein Star Trek Zitat aus dem ersten Kinofilm.
> Captain Holler ist nach Markus Holler benannt, der mir für diverse Projekte schon Musik geschrieben hat (u.a. Another World)

December 1

Dekonstruktion einer Vision

Wer selbst kreativ arbeitet wird es schon erlebt haben. Man arbeitet Stunde um Stunde, Woche um Woche und Monat um Monat an einem Projekt und hat sich mal wieder selbst übertroffen. Dann ist man fertig und lässt das geistige Kind auf den ersten Außenstehenden los – im besten Fall ein Freund, der aber kein Blatt vor den Mund nimmt. Und dann passiert es: Das Szenario ist unglaubwürdig, den Charakteren fehlt Tiefe, der rote Faden hat mehr Knoten als ein Perserteppich.

Man verliert über dem Schreiben gerne mal die Objektivität zu seinem Werk. Das kommt leider vor und zeigt wie wichtig der Außeneindruck ist. Ich sage immer gern, dass für mich Schreiben Krieg zwischen meinen inneren Dämonen und mir ist. Doch der wahre Vorhof zu Hölle steht meiner Schöpfung und mir dann noch bevor.

Hat man das Skript zum ersten Mal fertig – alle Handlungsfäden untergebracht und die Helden gen Sonnenuntergang geschickt – beginnt die Reise erneut. Diesmal gilt es, soviel Abstand wie Möglich zwischen Skript und Autor zu bekommen, um wieder einen neutralen Blick auf das große Ganze zu bekommen. Zusammen mit dem ehrlichen Feedback in der Tasche, wird Szene für Szene, Absatz für Absatz, Dialog für Dialog und Zeile für Zeile mehrfach durchlaufen und man versucht die richtigen Stellschrauben zu finden.

Mal reicht es, die Dialoge umzuschreiben, mal muss ein neues Handlungselement integriert oder vielleicht auch eine Deus Ex Machina bemüht werden. Hat man diesen Prozess 2-3mal durchlaufen, geht das Skript abermals an die Vertrauensperson (evtl. auch eine andere) und man wiederholt die Schritte.

Bisher bin ich bei meinen Geschichten mit 2-3 Revisionen ausgekommen. Jetzt steht mir dieser Prozess beim Fluch2 bevor. Auch wenn man meinen sollte, dass es von Skript zu Skript leichter wird, ist es jedes Mal aufs Neue die Hölle für mich.

Aber – und dessen bin ich mir auch diesmal sicher – am Ende erstrahlt die lose Blattsammlung in neuem Glanz und die Sprecher erfüllen die Charaktere mit neuem Leben. Es wichtig und am Ende zählt das Ergebnis!

Glück auf und möge die Macht mit uns Autoren bei der Bearbeitung sein!

Euer Falk

November 4

Der perfekte Moment: Die unendliche Stadt

Was ist der perfekte Moment? Für mich ist das ein Augenblick in dem auf eine merkwürdig angenehme Weise sich alles so anfühlt wie es sein soll. Letzten Samstag hatte ich genau so einen Moment, als ich auf dem Rücksitzes eines Motorrollers durch die klare Münchnernacht getragen wurde. Ich hatte ein Bild vor Augen, fast schon zum Greifen nah: Die unendliche Stadt!

“Es ist frisch hier, und ein kaum bekannter Duft steigt mir in die Nase. Es riecht nach Grün, so satt, wie man es nur noch hier findet. Eine kühle briese weht von den nahen Luftaufbereitern herüber. Hier kann ich Nachdenken, finde Trost und Ruhe. Und habe den perfekten Blick über die unendliche Stadt. Sie spannt sich soweit meine Augen sehen können und erfüllt den gesamten Horizont. Es gibt kein oben und kein unten in ihr und es fühlt sich fast so an, als würde ich in ihrer ruhigen, geborgenen Mitte schweben.

Es ist Nacht, wenn auch eine künstliche, denn wie zum Trotz fahren jeden Abend die hellen Strahler der künstlichen Sonne ihre Leistung herunter, um den Bewohnern der unendlichen Stadt ein Gefühl von Heimat zu spenden, die sie schon vor langer, sehr langer Zeit verloren haben.

Das Häusermeer wird von kleinen Lichtern durchflutet, die einem in der Bewegung eingefrorenen Feuerwerk ähneln und ein mattes Licht auf meinen kleinen Zufluchtsort werfen, wie Sterne leicht den Weltraum erhellen.

Der Park ist eine Oase. Die letzte Zuflucht vor der Zivilisation. Und doch kann man sie nur von der oberen und der mittleren Stadt aus erreichen. Natürlich gibt es auch in anderen Teilen der Stadt kleinere Grünanlagen, doch genau dieser Park, der inmitten von allem schwebt ist besonder schön und höchst exklusiv. Offiziell zur Nachtzeit geschlossen haben wir uns schon als Kinder gern hier herauf geschlichen und haben den Anblick genossen, den Blick in die Unendlichkeit.

Jetzt sitze ich hier alleine und denke nach. Die Ereignisse des heutigen Tages reflektieren vor meinem geistigen Auge und es fällt mir diesmal schwer mich an dem Ausblick zu erfreuen. In mir spüre ich das sich etwas geändert hat und ich meine innere Unschuld wohl auf ewig verloren habe. Ich will die Wahrheit wissen. Nicht die offizielle, die man von Vorgesetzten serviert bekommt, nein, die einzig wahre, die als Konstante übrig bleibt, selbst wenn alle schon längst vergangen sind.

Ich werfe einen letzten Blick auf das flackernde Häusermeer das mich umgibt, greife mir meine Uniformjacke und kehre zurück in die reale Welt. Heute noch werde ich der Warheit einen Meilenstiefelschritt näher kommen. Die Wahrheit ist irgendwo da draufen… und ich werde sie finden!”

Es handelt sich hierbei um die Beschreibung eines Ortes aus einem meiner kommenden Hörspiel-Projekte, die ich so lebendig vor Augen hatte, das ich mich fast wie dort vor Ort fühlte. Solche Augenblicke sind leider selten und müssen nicht zwangsläufig mit Geschichten verbunden sein. Orte, Anblicke, Gerüche und Begegnungen können die Auslöser sein.

Doch jetzt erstmal zurück in die Reale Welt und mein Fluch-Projekt abgeschlossen 🙂 aber auf baldiges Wiedersehen, meine Unendliche Stadt… mein Ruheort im Kosmos… bald sehen wir uns wieder!

Euer Falk

October 17

Über glaubhafte Charaktere

so, mal wieder etwas philosophieren weil ich gerade verzweifelt an meinem Projekten schreibe… etwas Selbstanalyse hilft mir oft weiter… das schaffen glaubhafter Charaktere… (Der folgende Post ist laut gedacht quasi 😉 also bitte keine Wortklaubereien)

Was macht einen Charakter in einer Geschichte glaubhaft? Ich denke, dass es nicht alleine die großen unbezwingbaren Helden sind, mit denen wir mitfiebern, sondern vielmehr die mit Fehlern. Ein Held der den Berg besteigt, weil er der Held ist und die Prinzessin retten will ist langweilig. Aber wenn man ihm eine tragische Vergangenheit verpasst, inklusive Selbstzweifeln, Depressionen und seinem rechten Bein, dass der Drache gefrühstückt hat, der die Prinzessin gefangen hält, dann könnte da schon eher ein Schuh draus werden.

Die Komponenten sind nicht neu und es wird immer schwerer wirklich neue Ideen zu haben, da so vieles schon da ist. Aber man kann die Elemente schön zu neuen Konstruktionen zusammen setzen und dadurch doch wieder etwas neues schaffen.

Wichtig ist, dass man so seinen Charakteren tiefe geben kann und wenn man sich nicht zu schlimm anstellt, findet der geneigte Leser / Hörer dann einen Bezug zur Geschichte, weil er mitfiebert oder den Bösewicht vertäufelt.

Wichtig und hilfreich ist auch immer, sich Gedanken über die Backstory des werten Helden zu machen. Hat er in einer früheren Situation versagt, ist er eventuell etwas zurück haltender oder gar panisch, wenn er wieder in einer ähnlichen Situation steckt.

Oder hat er früher an Selbstüberschätzung gelitten und wurde sein Ego zurecht gestutzt, jetzt hadert er mit dem Schicksal, gibt sich seinem Selbstmitleit hin und hat vielleicht ein Problem mit dem Zweigenschnapps (bzw. ohne 🙂 )?

Manchmal hilft auch der Realitycheck: Was würde ich tun, wenn ich in der Situation des Helden wäre?

So Basisregeln wieder verinnerlicht und weiterschreiben… los los marsch marsch…