July 21

Mass Effect’ed

Nicht weniger als die nächste Generation des Rollenspiels will Mass Effect sein. Dieser Anspruch kommt aber nicht von ungefähr schließlich steht die Kultschmiede Bioware, die uns neben „Baldurs Gate“ auch die „Knights of the Old Republic“ und „Jade Empire“ beschert haben, hinter dem ehrgeizigen Projekt. Geboten wird eine Einsteiger freundliche Mischung aus Aktion-RPG mit Adventure Elementen in einer graphisch Opulenten Spielewelt mit gehörigem Maß an Atmosphäre und einer dichten und epischen SF-Story.

Zur Story
Der Spieler übernimmt die Kontrolle über Shepard – wahlweise männlich oder weiblich – auf einer Mission, in der er / sie sich für die Eignung als Spectre, eine Art intergalaktischer Geheimdienst, bewähren soll. Natürlich kommt alles ganz anders und am Ende finden wir uns mitten in einem intergalaktischen Abenteuer wieder an dessen Ende die Rettung der gesamten Galaxis vor einer erbarmungslosen Maschinenrasse bewerkstelligt werden muss. Dabei stehen bis zu sechs Helfer zur Verfügung, von denen immer jeweils zwei vor einer Mission ausgewählt werden.

Der Einstieg
„Willkommen in der Datenbank des Allianzmilitärs geheime Informationen angefordert!“
Bereits die Erstellung eines Charakters beginnt sehr atmosphärisch und erinnert ein wenig an die guten alten „Command and Conquer“ tage. Über den Button „Mit Datenbank verbinden“ erhalten wir zum einen die Möglichkeit den Standard Charakter „John Sheppard“ auszuwählen, uns eine neue ID zu vergeben oder eine bestehende ID auszuwählen.

Bei einer neuen ID lassen sich entweder „Schnellstart Charaktere“ auswählen, oder man baut sich sein Alterego individuell zusammen. Nach der Wahl eines Geschlechts und eines Namens wird man erstmal nach einer Vorgeschichte (Raumfahrer, Kolonist oder von der Erde), einem Psychologischen Profil (Einziger Überlebender , Kriegsheld oder Skrupellos) und eine Militärische Spezialisierung (Soldat, Techniker, Experte, Infiltrator, Wächter oder Frontkämpfer) befragt.

Dann wird man mit einer unglaublichen Vielfalt an „Aussehen“-Optionen bombardiert, die für jeden Individualistien eine wahre Freude sind.
Hat man sich sein Wunschaussehen definiert geht es gleich los. Nach einer kurzen sehr Stimmungsvollen Introanimation die praktisch ausschließlich vom Spieleengine gerendert werden und sehr deutlich dessen Fähigkeiten zeigen. Es folgen einige erste Dialoge, bevor die „Trainingsmission“ startet. Hier kann sich der Spieler mit der Steuerung auseinandersetzen.

Kennt man schon andere Titel von Bioware fällt die Orientierung allerdings recht leicht. Wieder ist es möglich, das Spielgeschehen mittels „Pause“ –Funktion zu unterbrechen. Wer auf einen klassischen Shooter aus ist, wird bei Mass Effect nicht weit kommen, vielmehr steht Taktisches Geschick im Vordergrund, vor allem, wie effektiv man seine beiden Begleiter einsetzt.

Zum Gameplay
Aufgrund seiner sehr intuitiven Steuerung ist der Einstieg in Mass Effect sehr einfach. Besonders, wenn man vorher bereits das eine oder andere Spiel der Bioware’ler schon gespielt hat. Eine neuerung, bzw. eine Ergänzung ist der verbesserte Kampf Modus. Anders als andere Titel steht hier das Taktische Geschick im Vordergrund. Mittels Space-Taste lässt sich das Spiel in eine Art Pausen Modus versetzen, so dass der Spieler in Ruhe seine im jeweils zur Verfügung gestellten Team Mitglieder kommandieren kann. Manche Situationen lassen sich aber auch durch geschicktes Handeln bereinigen. Nett gemacht ist auch die Interaktive Reisekarte, mit der sich der Spieler im gesamten bekannten Universum umsehen kann und einige Nebenquests absolvieren kann.

Gesinnung
Wie bei allen bisherigen Bioware Titeln spielt die Gesinnung eine große Rolle. So auch bei Mass Effect. Allerdings hat sie diesmal nicht annährend so große Auswirkungen wie beispielsweise bei den Knights oft he Old Republik. Am Ende bleiben zwei Spielbare Enden wobei man auch noch kurz vor Schluß das Ruder herumwerfen kann.

Charakterentwicklung
Wieder ein Highlight ist die Chemie zwischen dem Protagonisten und den Weggefährten. Wieder dabei natürlich auch wieder die obligatorische Liebesgeschichte, der der Spieler folgen kann, aber nicht muss. Unabhängig ob Mann oder Frau stehen zwei Love-Interests zur Verfügung. Dabei steht am Ende eine harmlose Sex-Szene, die allerdings bei den moralischen Sittenwächtern zu einer Erschütterung der Macht führte, auch wenn hier nur Andeutungen zu sehen sind.
Ein ganzes Universum.

Das Universum in dem Mass Effect spielt ist neu und wurde maßgeblich von Drew Karpyshyn der bereits an anderen Bioware Spielen mitgearbeitet hat, aber sich auch schon mit StarWars Romanen einen Namen machen konnte. Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt und am Ende steht ein vollen Lebendiges Universum, dass man im Laufe des Spieles entdecken kann. Dazu gibt es zu sämtlichen Rassen, Orten und Begebenheiten ausführliche Texte, für die, die nicht genug bekommen können.

Haare in der Suppe
„Mass Effect“ kann man ohne Einschränkungen als Rollenspiel des Jahres bezeichnen. So eine dichte Atmosphäre können die wenigsten Titel vorweisen. Dennoch hat auch dieser Titel mit einigen Schwächen zu kämpfen.

Nach 12 Stunden ausgeflittert: Erfahrene Gamer brauchen keine 10 Stunden, um die Story einmal durchzuspielen.
Nebenquest nebensächlich: Soviel Mühe man sich auch bei der epischen

Hauptstory gegeben hat, so überflüssig kommen einem die Nebenquests vor. Diese stellen sich zumeist als einfache lande auf diesem Planeten, kämpfe gegen diese Söldnertruppe heraus.

Schönheit hat ihren Preis: So schön die Grafik auch gelungen sein mag, sie kommt mit einem hohen Preis. Selbst auf einer hochgezüchteten 512MB Grafikkarte muss der Engine regelmäßig nachladen. Zwar hat man das auf der Citadel Raumstation sehr schön gelöst, indem man während aufzugsfahren einen Newscast hört, der über die neuesten Politischen Entwicklungen aufklärt. Allerdings stören die immer wieder zwischendurch unvermittelt einsetzenden Nachladephasen den Spielfluß.

Kleine Schönheitsfehler: So gut die Übersetzung gelungen ist, einige kleine Schönheitsfehler hat die Lokalisierung abbekommen. So ist der Einsatz von Sie und Du teilweise etwas verwirrend eingesetzt.

Fazit
Mass Effect verspricht viel, kann aber das meiste davon halten. Ein SF-RPG wie es sein sollte, epische Story, atmosphärisches Gameplay, spannende Storyquests und das ist erst der Anfang. Geplant sind 2 Nachfolger und gemessen am Erfolg des ersten Teils sollte dem auch nichts im Wege stehen. Ein wenig mehr Inhalt und die oben beschriebenen Punkte weniger und Mass Effect wäre das Perfekte RPG! Wir sehen uns in der Galaxy!

Grafik: 9
Sound:9
Gameplay: 8
Atmosphäre: 10
Gesamt: 90

January 5

Auf den Spuren des FBI: “Die Kunst des Mordens…”

Ein brutaler Serienmörder zieht eine blutige Spur durch den Big Apple. FBI Agentin Nicole Bonnet, die gerade erst ihren Partner James Scott verloren hat, soll ermitteln. Schnell steckt sie tief in einem Netz aus Mysterien. Kann Sie das Rätsel lösen und den Mörder stoppen?

Ein neues FBI-Adenture steht vor der Tür. Diesmal geht es einmal mehr um eine ungeklärte Reihe von Ritalmorden, die in gewohnter Point-und-Klick-Manie aufgelöst werden müssen. Es handelt sich bei „Die Kunst des Mordens – Geheimakte FBI“ um das Erstlingsadventure des jungen Studios City, dass ansonsten vor allem Taktikshooter und Rennspiele im Portfolio hat. Dabei ist die Athmosphere anfangs durchaus stimmig und man fühlt sich an gute, alte „Akte X“ Zeiten erinnert. Doch diese Euphorie legt sich schnell, denn es sind viele, kleine Salzkörner in der Suppe, die das Spiel eher zur Geduldsprobe als Rätselspaß mutieren lassen.

Es liegt vor allem an den Rätseln. Es mag noch eine gute Idee sein, dass man – als eine Art Tutorial – sich schnell mal auf die Suche nach Druckerpapier begeben muss – schließlich muss man Anfangs erst ein wenig mit dem Interface warm werden. Wenn sich solche „Rätsel des Alltags“ dann allerdings durch das Spiel ziehen und vieles sich nur durch ausprobieren lösen lässt, stößt der Gelegenheitsgamer schnell an seine Frustgrenze. Hier hätte ein wenig weniger Kleinlichkeit gut getan.

Ein weiteres Manko sind die vielen leeren Räume im Spiel. Wo andere Spiele mit einer Flut an Details aufwarten, fühlt man sich schnell einsam, ob es an dem irgendwie unsichtbaren Partner liegt, sei dahin gestellt. Auch hätte man die Dialoge interaktiver gestalten können. Hier ist der Fluss immer vorgegeben und oft müssen die Charaktere mehrfach angesprochen werden, um alle Informationen zu erhalten.

Die Grafik an sich ist solide, die Hintergründe schön und stimmungsvoll gezeichnet. Die Animationen der Spielfiguren könnten ein wenig flüssiger sein, was sich auch in die Zwischensequenzen überträgt. Hier ist man heute einfach mehr gewohnt.

Ein deutlicher Pluspunkt stellt die gelungene Soundkulisse dar. Dabei passt die Score gut und erinnert ein wenig an die Synth-Klänge von Mark Snow. Die deutsche Synchro ist sehr gut und mit Profi-Sprechern solide besetzt. Deren Leistung ist über das gesamte Spiel hinweg durchgehend gut.

Das Interface selbst ist sehr intuitiv. Fährt man mit dem Cursor über ein Objekt, so bekommt man angezeigt, welche Aktionen dem Spieler zur Verfügung stehen. Dabei positioniert sich die Funktion entweder rechts oder links neben den Cursor und zeigt dem Spieler dadurch an, mit welcher Maustaste sie ausgeführt werden kann. Vorbildlich ist auch die Möglichkeit, dass Spiel Barrierefrei zu gestalten. Eine Zuschaltbare elektrische Stimme liest die letzten Bildschirmtexte vor. Außerdem lassen sich mittels Taste alle ausführbaren Gegenstände im Raum anzeigen. Kleiner Wehrmutstropfen ist, dass die elektronische Stimme für Englische Texte optimiert ist und ein wenig arg nuschelt.

Ein paar kleinere Bugs haben sich in das Spiel eingeschlichen. So bleibt beim Laden und Speichern und teilweise beim Wechsel der Lokation gern die Musik stecken und klingt ein wenig nach einer verkratzen Schallplatte, die hin und her springt. Auch zeigt das Interface oft Aktionen an, die so noch gar nicht funktionieren, bzw. eigentlich erst für ein späteres Rätsel gedacht sind und daher nicht angezeigt werden sollten.

Fazit: Für den Gelegenheitsabenteuerer ist die Frustgrenze an einigen Stellen des Spieles viel zu niedrig. Dafür sollte der erfahrene Spieler sehr schnell durch das Abenteuer kommen. Was am Ende bleibt ist ein weiterer Adventure-Krimi, der kaum aus der Masse heraussticht. Wer gerade händerindend nach einem neuen Adventurenachschub sucht, greift besser zu anderen aktuellen Titeln.

November 26

Die alten Leiden eines Game-Junkies… Episode I

Ach war das schön, als ich vor inzwischen vielen, vielen Jahren endlich das erste “Wing Commander”-Game in Händen hielt. Eine echt schwere geburt, bedenkt man, das gerade dieser Titel eine ganze Menge für die Hardware-Industrie getan hat, und alleine dafür schon die ewig-goldene Grafikkarte im Regal stehen haben sollte… spuhlen wir aber noch etwas zurück…

…kcüruz sawte hcon reba riw nelhups …etllos nebah nehets lageR mi etrakkifarG enedlog-giwe eid nohcs rüfad eniella dnu ,tah nateg eirtsudnI-erawdraH eid rüf egneM eznag enie letiT reseid edareg sad ,nam tknedeb ,trubeg erewhcs thce eniE .tleih nednäH ni emaG-“rednammoC gniW” etsre sad hcildne nerhaJ neleiv , neleiv nehcsiwzni rov hci sla , nöhcs sad raw hcA ………..

Alles begann Mitte der 80iger mit der Vererbung eines C64-Homecomputer, den mein Bruder nicht mehr haben wollte, weil er jetzt einen schicken PC sein eigen nannte. Dank satter 0,92 Mhz 64bit Arbeitsspeicher und 4 Kanal synthesizer war der C64 der erste Inbegriff eines Spielerechners. Es war die Zeit von merkwürdigen Labyrinthen, Außerirdischen Telefongesellschaften, Hirnsaug-verrückten Professoren und natürlich geisterjagenden Geisterjäger… huch…

Der Erste PC kam Anfang der 90iger und hatte dann schon 7,14 Mhz im Turbomodus – Sie erraten es, wieder ein Erbstück! Ich war so stolz, da dieses Wunderwerk neben 2 5 1/4 Laufwerken auch noch eine 30 MB groe Festplatte besaß. Zwar hatte er am Anfang nur Hercules Grafik, als ich mit als Weltraum-Hausmeister gegen böse Mächte zu Felde zog, doch das störte mich nicht. Kurze Zeit später leistete ich mir den Luxus einer neuen Grafikkarte – einer VGA-Karte mit einer Auflösung von Sage und Schreibe 640X480 Bildpunkten Auflösung und einen passenden Monitor – letzterer allerdings noch Monochrom, da Farbe damals noch unbezahlbar war – echt, so war das früher ;-)!

Und dann sah ich 1991 bei einem Freund zu aller ersten Mal “Wing Commander”. Mit feuchten Blick sah ich alle meine StarWars / Kampfstern Galactica Träume war werden und im selben Moment zerplatzen. Das Game brauchte mindestens einen 286 mit 16 Mhz. und 4 MB Speicher. Dieser gebeutelte SciFi-Enthusiast hatte nur besagten 8086-Rechner. Doch meine Stunde würde kommen, dessen war ich mir sicher.

So annektierte ich den Arbeitsrechner meines Vaters, einen 286 Laptop – wir nannten die Dinger damals noch zu recht Schlepptop, weils eher wie ein Reisekoffer als ein Computer aussah – der immerhin mit unglaublichen 12 Mhz unterwegs war. Also pilgerte ich zum Händler meines Vertrauens und kaufte mit Nassschweißigen Händen für knapp 100 Märker ein Exemplar des Games und stellte zu Hause überrascht fest, das da ein paar coole “Blaupausen” der im Spiel verwendeten Schiffe mit dabei waren.

Es kostete mich ungelogen einen ganzen Samstag, eine Bootdiskette so zu konfigurieren, dass gerade genug Speicher für das Game vorhanden war. Den Rest des Wochenendes erging ich mich in wüsten Weltraumschlachten, wobei ich damals die Briefings kaum verstand – war ja noch vor meinem Schulenglisch – und das Game sehr ruckelig unterwegs war – naja 4 Mhz zu langsam, eben.

Weitere Perlen aus dieser Zeit war u.a. die Lucas(damals noch)Filmgames Titel “Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug” und “Loom” oder der unvergessliche Actionkracher “Speedball” von den Bitmapbrothers. Auch die Weltraumballereich “Epic” zog mich tief in Ihren Bann! Vor allem wegen der genialen Musik – naja zugegeben so genial Pieplaute aus einem Lautsprecher sein können, Soundkarten gab es damals ja nicht für Laptops. Später fand ich heraus, dass sich die Gamesmacher schnöderweise an Klassik vergangen hatten, nämlich an Gustav Holsts die Planeten – das waren noch Zeiten. Ach und natürlich wollen wir den ewigen Alltime Klassiker Elite nicht vergessen, den ich bereits vom C64 her kannte – erschien ja bereits 1984 – und ich dann in erst der Plus-Variante bis zum höchsten Level kam. Hach wie ich die Lauen Abende auf Leesti vermisse, die nur von den dort ansässigen Ameisenschwärmen getrübt wurden – angeblich eine Delikatesse, was ich nie verstehen konnte.

Bis zum nächsten “Wing Commander”-Titel musste ich ewig warten, da der zweite Teil bereits einen 386 Rechner mit 8 MB Speicher brauchte. Ich musste also bis zum heiligen 486-Rechner mit Sage und Schreibe 66 Mhz warten, bis ich Rückwirkend Teil 2 spielen konnte, aber das ist wieder eine andere Geschichte aus einer Galaxy weit, weit entfernt…

Stay Tuned…