December 31

31.12.2010 – Sonnenaufgang / Times Square / Silvesterparty

Der Zeitverschiebung geschuldet war ich bereits um 6 Uhr 30 (12 Uhr 30 Deutscher Zeit) hellwach und ausgeruht. Um 7 Uhr konnte ich einen schönen Sonnenaufgang von meinem Hotelzimmer aus bewundern und fotodokumentieren. Ansonsten war auch einiges für den Tag geplant, vor allem Natürlich Silvester am Times Square. Mangels Hotelinternet – das ich ursprünglich für meine morgendliche Tagesplanung verwenden wollte – musste ich auf den guten alten Stadtplan und meinen analogen Reiseführer zurückgreifen.

Nach einem kurzen Frühstück zur Stärkung ging’s dann direkt los. Erster Stopp war die Grand Central Station. Der große Hauptbahnhof von Manhattan, den man natürlich auch als Kulisse diverse Hollywood-Filme kennt – in meinem Fall zuletzt “Armageddon”, bei dem ein Asteroid durch die großen Frontscheiben saust und das ganze Gebäude verwüstet. Wenn man so in der Mitte der Haupthalle steht fühlt man sich richtig klein und verloren.

Nach einem kleinen Rundgang wanderte ich dann die 42. Straße entlang Richtung Time Square, um ein bisschen mehr von der Stadt selbst zu sehen. Vorbei an der großen Public Library (bekannt z.B. als Zuflucht in “Day after Tomorrow”) kam ich zum Bryant Park, der von einem Meer an kleinen Büdchen gesäumt wird, in denen Künstler ihre Werke zeigen und anbieten. Hier finden allerdings auch öfter andere Veranstaltungen statt. Einen Blick riskieren kann man über eine dort betriebene Webcam auf der offiziellen Seite: http://www.bryantpark.org/plan-your-visit/webcam.html

Immer wieder ein Eyecatcher sind die zahllosen Wolkenkratzer, die sich auf Manhattan Island in den Himmel strecken. So kam mir der Bryant Park wie eine kleine grüne Oase einem Meer aus Beton und Stahl vor. Als guter Münchener, der mit dem Wissen lebt, es gibt (zumindest in der Münchener Innenstadt) kein Gebäude größer als die Frauenkirche, ist das eine faszinierende Erfahrung.

Weiter ging der Spaziergang zum Times Square (http://www.earthcam.com/usa/newyork/timessquare/), der bei Tag zwar immer noch voll beleuchtet und bunt ist, aber bei weitem nicht so stark auf mich wirkte, wie noch am Abend zuvor. Schon am Vortag fielen mir die vielen mobilen Sperrzäune auf, die schon überall auf dem Platz verteilt waren und schon kleinere Areale absperrten. Auch schon bereit waren zwei Bühnen, eine größere und eine kleinere, die an einen Boxring erinnerte.

Nach einem Rundgang – der deutlich flüssiger zu bewerkstelligen war als zuvor, wo es fast kein Durchkommen gab – besuchte ich das Time Square Visitor Center. Dort konnte man sich in einem Rundgang über die Entstehung und Geschichte des Platzes, an dem einst das Redaktionsgebäude der New York Times saß, aber auch der inzwischen zur festen Tradition gehörenden Kristallkugel informieren. Außerdem gab es – begleitet von einem Video – eine Demonstration anhand einer Replik, wie die Kugel dann zum Jahreswechsel ausgeleuchtet wird.

Nachdem zwar schon die ersten Feierlaunigen Position bezogen hatten, aber alles noch offen war, setzte ich meinen Spaziergang mit einer Runde erst den Broadway entlang und dann einmal rund um den Times Square fort, um am Ende, nach einem kurzen Internet-Stopp :), Richtung Norden bis zum Rand des Central Parks zu laufen. Dieser ist schon beeindruckend, wenn auch der Jahreszeit geschuldet ziemlich kahl und durchsichtig.

Die 7. Avenue entlang, ging es dann wieder Südwärts zurück zum Time Square, wo ich dann den Rest des Tages verbrachte. Es sei angemerkt, dass man sich bewusst sein muss, ca. 11 Stunden ohne Flüssigkeit, Toiletten und anderen Annehmlichkeiten auf einem mehr oder weniger kalten Platz zu stehen, umringt von einer Menge Menschen, die das gleiche Schicksal teilen, und das nicht, um eine tolle Show zu sehen, oder Teil einer gigantischen Party zu sein – den beides ist weder besonders glamourös noch die Warterei wert – sondern alleine für den Moment, wenn um 0 Ohr die Kugel herab gesenkt wird und man einen Platz mit ca. 1 Mio. Menschen in einen Freudentaumel ausbrechen sieht. Für mich war es eine tolle Erfahrung, aber eine, die man wenn nur einmal im Leben gemacht haben muss 🙂 – Fans von „Kesha“, „New Kids on the Block“ oder den „Backstreet Boys“ mögen das anders sehen.

Mein persönlicher, perfekter Moment in diesem Zusammenhang, war der Anblick der Menschenmassen bei Dunkelheit zu Johann Jöhannson’s “the sun’s gone dim and the sky’s turned black” – furchtbarer Titel aber toller eKlassik-Track (u.a. gerade zu hören im “Battlefield LA”-Trailer zu hören) –  aus meinem MP3-Spieler.

Ein Kompliment muss ich den Beamtinnen und Beamten des NYPD machen. Sie haben einen fantastischen Job gemacht, die Menge unter Kontrolle zu halten. Dabei waren sie durchgehend freundlich und locker und behielten die Ruhe. Natürlich liegt das in einem großen Maß an Erfahrung mit Massenveranstaltungen und auch einem komplett verbot von Alkohol, Taschen, Feuerwerk und anderen Dingen, aber es hat mich schon beeindruckt wie flüssig die Menge so abgefertigt wurde.

Zuerst schafften die Beamten des NYPD einen großen Freiraum auf dem Platz (der Teil war schon ab morgens abgesperrt), dann wurde, als sich der Platz zunehmend mit Menschen füllte die Absperrung sukzessive vergrößert und schließlich an einigen wenigen Stellen geöffnet, wo man in kurzen Kontrollen, die Leute in die leeren Bereiche schleuste.

Das Party-Programm selbst begann um 18 Uhr New Yorker-Zeit mit dem feierlichen Anheben der in vielen Farben bunt animierten Kristallkugel und leitete eine Show ein, die einige kurze Moderationen mit Gästen beinhaltete, die aber nur aus TV und sonstiger lokal Prominenz bestand und die keiner außerhalb der USA kennen wird. Außerdem gab es von einem Kosmetikhersteller – dessen Namen ich hier mal ausklammere 🙂 – neben der großen Konzertbühne eine kleine zusätzliche Bühne in der Mitte, auf der über den Abend verteilt auch 2-3 Moderationen mit u.a. einem Best Kiss Wettbewerb stattfanden. Eben jener Sponsor gab auch blaue Hüte und Luftballons an die Menge.

Interessante Einblicke gab es in die Entstehung der aufgenommenen “Live”-Sendung, so traten die Musiker teilweise bis zu dreimal auf, dazu wurde das Publikum gefilmt – und wo die Kamera auftauchte wurde abgerockt – damit man später für die Sendung die passenden Schnittszenen hatte. Alles in allem waren 6 Stunden Show nicht mehr als 60-90 Minuten Programm, dessen Highlight für die angereisten Fans sicher der gemeinsame Auftritt der Back Street Boys und New Kids on the Block war. Im Nachhinein hätte ich lieber Karten für die Parallel in der Nachbarschaft stattfindende MTV Sause gehabt, wo u.a. Avril Lavigne und andere gute Bands aufspielten.

Auch vom Feuerwerk an sich war ich etwas enttäuscht. Von einem Happening wie Silvester in New York hätte ich ein gigantisches Farbenspiel erwartet, so war spätestens 5 Minuten nach 12 der Zauber schon vorbei, und die große Menge setzte sich zäh in Bewegung. Beim langsam Heimmarsch (ich musste bis zur Grand Central Station zurück, um überhaupt an meine U-Bahn ranzukommen) fühlte ich mich stark an den JJ Abrahms Film “Cloverfield” erinnert, über den ich erst am Vortag im amerikanischen Fernsehprogramm gezappt war. Auch kam ich an einigen Iren vorbei, die das neue Jahr mit grünen Hüten und Dudelsack begingen, bzw. maskierten, die das willige Volk in einen Pub für eine Afterparty locken wollten – ich habe gepasst, weil zu müde und fertig.

Am Ende muss man sagen, was für ein Tag… habe tolle Bilder und Videos gemacht :).

In diesem Sinne,

Euer Falk

Anmerkung:

Dies ist ein persönliches Tagebuch meiner ersten Reise zum größten Apfel der Welt. Ich beschreibe darin Erfahrungen, die ich gemacht habe, Dinge die ich gesehen habe und welche Tipps ich anderen geben würde. Es ist kein Ersatz für einen Städteführer noch eine Garantie für die Richtigkeit, jeder getroffenen Aussage. Vielmehr habe ich versucht, in lockerem Stil meine Sicht zu Papier – bzw. Bits und Bytes zu bringen. Wer einen informellen Artikel zum Thema New York lesen möchte, der sollte Googeln oder National Geographic lesen!

December 30

30.12.2010 – Die Ankunft / 1st Time TimeSquare / Tron3D

Wie es sich das für eine Reise gehört, begann der Tag früh, um nicht zu sagen sehr früh, genauer gesagt um 5 Uhr morgens guter, alter Deutscher Winterzeit. Nach dem letzten Packen von Kulturbeutel und den letzten Kabeln und Adaptern, führte mich der Weg zur S1, bzw. über Neufarn zum Flughafen. Nach diversen Security Checks, die glaube ich bei keine anderen Land so streng sind, wie beim Einreisen in die USA, konnte ich mal wieder einen neuen Bereich des Münchener Flughafens kennen lernen, in dem die US-Reisenden noch einmal gezielt durchsucht und -leuchtet werden.

Die Maschine der Continental, gebucht über United, war nicht ganz pünktlich. Dem Rückenwind sei Dank kam unsere 767-200 trotz der 40 Minuten Verspätung früher als geplant an. Der nicht ganz 8 Stunden Flug war gut verpflegt und mit einem abwechslungsreichen Bordkino bestückt, deren (ich glaube es waren) 8 Kanäle von Spielfilmen zu CSI jeweils ein sich wiederholendes 2,5 Stunden Programm abspielte. Schön auch, dass inzwischen jeder Sitz einen eigenen Bildschirm besitzt. Außerdem konnte man mit der angekabelten Fernbedienung auch eine Reihe von simplen Videospielen zocken, zumindest wenn alle Tasten noch vorhanden waren. So konnte ich noch knapp zwei Stunden schlafen.

Nach Immigration und Zoll, was beides recht schnell von Statten ging, führte mich der Weg über eine Airrail – das sind völlig automatisch fahrende Magnetbahnen, die die Terminals des Newark Liberty Flughafens miteinander und dem Bahnhof verbinden – zum Zug gen New York Penn Station. Nach gut 40 Minuten im Stehen, weil der Zug bis auf den letzten Platz besetzt war, stand meine letzte Etappe an, die sich dann doch ein klein wenig komplizierter gestaltete als gedacht:

Um die Subway nutzen zu können holt man sich seit wenigen Jahren eine Metrokarte, die man wahlweise als Zeitbezogene Flatrate oder mit Guthaben befüllt, wobei jede Fahrt egal wie lange 2,25$ kostet. Diese sollte man am besten via Kreditkarte bezahlen oder, wenn in Bar, sollte man es möglichst schon passend haben, der Automat gibt nur maximal 6$ zurück. Sonst wird der Vorgang abgebrochen und man muss nochmal von vorne beginnen – bei längeren Schlangen während der Hauptzeit sorgt das für böse Gesichter bei den Mitanstehenden.

Direkt fielen mir die Menschenmassen auf, die in der Subway unterwegs waren und das obwohl (oder vielleicht gerade) ich Mittags unterwegs war. Da muss man aufpassen, nicht unter die Räder zu geraten und sich schnell an das Tempo zu gewöhnen -> New York ist nichts fürs gemächliche Bummeln. Gegen 4pm war ich dann endlich bei meinem Hotel in Queens nahe der Queensboro Plaza.

Trotzdem ließ ich mir es nicht nehmen, nach einer kurzen Erfrischung Pause noch einmal aufzubrechen und dem TimeSquare meine Aufwartung zu machen. Ich hab in meinem bisherigen Leben nichts Vergleichbares gesehen! Was dort an audiovisueller Werbung abgefeiert wird ist schon beängstigend. Fast alles sind animierte Videoscreens die für Autos, Kinofilme oder TV-Serien bis hin zu Schönheitsprodukten werben.

Last, but not least, musste ich dem Nerd in mir zu seinem Recht verhelfen und habe mir Tron Legacy in 3D im AMC Multiplexkino angesehen – ein Kino, das den Namen Multiplex mehr als verdiente, mit sage und schreibe 25 Kinosälen auf 5 oder 6. Stockwerke verteilt.

Zum Film: Tron Legacy ist ein kurzweiliger und perfekt audiovisuell umgesetzter Blockbuster, der nur in Sachen Story viel zu vorhersehbare Bahnen zieht. Für einen Disney Film, ist er daneben auch sehr düster geworden und trotzdem hier nur PG (Kinder unter Aufsicht der Eltern). Mir hat’s trotzdem (oder gerade deswegen) gefallen, und ich werde ihn mir in Deutschland sicher nochmal ansehen. Alleine die Lichtrennerduelle in 3D sind eine Augenweide! Sowohl Anfang und auch Ende des Films sind übrigens 2D, worauf eine Schrifttafel am Anfang des Film hinweist.

Erzählt wird die Geschichte von Sam Flynn (Garret Hedlund), Sohn des Großen Encom CEOs Kevin Flynn (Jeff Bridges). Letzterer ist allerdings seit Jahren verschollen. Erst als Alan Bradley (Bruce Boxleitner), ein alter Freund von Kevin und dessen Interessenvertreter bei Encom, eine Nachricht auf einem alten Pager bekommt, die anscheinend aus Kevins ehemaligen Büro kommt, führt Sam auf die Spur. Es kommt wie es kommen muss und ähnlich Teil 1 landet nun der Sohn in der Computer-Dimension, in der die Programme die virtuellen Abbilder ihrer Programmierer sind.

Doch aus dem einstigen, freien Datenparadies ist erneut eine Digitaldiktatur geworden, die ausgerechnet von Klu angeführt wird, der Kevin Flynns Programmgegenstück ist. Um den Vater, der hier seit seinem Verschwinden gestrandet ist, schickt Klu Sam auf den Spieleraster, wo er nur knapp ein Laserrennerduell überlebt und im letzten Moment von Quora (sexy Olivia Wilde), der Schülerin Flynns gerettet wird.

Wie schon in Teil 1 will das digitale Reich und Vater und Sohn in die Wirklichkeit befreit werden. Ob das klappt gibt es hierzulande Ende Januar im Kino.

Sowohl Bilder als auch die Mischung aus 8bit Elektrosound und klassischem Orchester der Gruppe Daftpunk passen perfekt zusammen und nehmen uns mit auf eine visuelle Achterbahnfahrt, die speziell für 3D gemacht wurde, sprich die Technik für einige schöne Aktionszenen nutzt. Von mir zwei Daumen rauf, wenn man mit der Story leben kann!

Übrigens in derselben Straße wie mein Kino, bzw. zwei Häuser früher, hat Madame Tussauds und Ripleys Attractions Ihren Sitz. Nachdem beides für mich nur mäßig spannend war, bin ich dann lieber direkt zurück ins Hotel, es war auch schon halb 11. Leider stand im Hotelzimmer kein eigentlich versprochenes WLAN zur Verfügung, deshalb bin ich auf öffentliche WLANs angewiesen war und daher erst nachträglich meinen Reisbericht bloggen konnte. Gerade Mobiles Internet hilft einem bei seinen Planungen und der Orientierung am Anfang immens. Wehe mir wenn die erste T-Mobil Rechnung ins Haus flattert…

Am nächsten Tag stand dann Silvester am Times Square an, aber das ist eine völlig andere Geschichte und die gibt’s mit dem zweiten Teil meiner Odyssee de New York.

In diesem Sinne,

Euer Falk

Anmerkung:

Dies ist ein persönliches Tagebuch meiner ersten Reise zum größten Apfel der Welt. Ich beschreibe darin Erfahrungen, die ich gemacht habe, Dinge die ich gesehen habe und welche Tipps ich anderen geben würde. Es ist kein Ersatz für einen Städteführer noch eine Garantie für die Richtigkeit, jeder getroffenen Aussage. Vielmehr habe ich versucht, in lockerem Stil meine Sicht zu Papier – bzw. Bits und Bytes zu bringen. Wer einen informellen Artikel zum Thema New York lesen möchte, der sollte Googeln oder National Geographic lesen!

December 26

And now for something (nearly) completely different…

Das ich gern übers (Hörspiel-)schreiben fabuliere, hat der geneigte Leser sicher schon bemerkt. Das ich aber genauso Leidenschaftlich Hörspiele höre mag man darüber gern mal vergessen. Deshalb an dieser Stelle ein paar handverlesene SciFi Hörspiele, die mir gut gefallen und warum? (Die Links zum freundlichen Hörspiel-Shop pop.de wer zugreifen möchte 🙂 )

1. Perry Rhodan (Sterne Ozean)

Ich breche immer gern eine Lanze für SciFi-Hörspiele, um so mehr brach mir das Herz, als Lübbe Audio das Aus dieser Serie verkündete kurz vor dem Ende, doch es kam dann doch anders ;)…

Die Serie ist eine perfekt inszenierte Reise in eine ferne Zukunft mit einem bereits 36 Hörspiele umfassenden Zyklus. Die letzten Folgen werden für 2011 erwartet. Mit einer gut aufgelegten Top-Sprecher-Riege, orchestraler Wucht-Score und einem Abenteuer das unterschiedliche Handlungsebenen zu einer großen Rahmenhandlung bündelt, die in einem phänomenalen, Galaxien umfassenden Abenteuers aufwartet. Auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren (gibt’s auch als digitaler Download bei Soforthoeren.de, iTunes, Audible.de, Libri.de und Claudio.de… was Simon Bertling und Christian Hagitte da gezaubert haben… Hut ab!

http://shop.pop.de/product_info.php?info=p12818_Perry-Rhodan-Folge-31—36-Neuheitenpaket.html

2. Mark Brandis

Die zweite große SF-Saga, in die jeder mal hineingehört haben sollte: Testpilot Mark Brandis und seine Crew von der VEGA, der neutralen Venus Erde Gesellschaft, sind sehr Charakterlastige Abenteuer mit Ecken und Kanten. So eignet sich diese Reihe besonders auch für nicht-SF-afine, da es hier weniger um blankes Techno-Bubble geht, sondern Revolution, Politik, Weltraumforschung und vieles mehr. Mit einem tollen Sounddesign von Jochim Redeker und einer guten Skriptarbeit von Balthasar von Weymarn werden die Weltraum-Partisanen-Romane von Nikolai von Michaleswsky lebendig.

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3. Takimo

Die Abenteuer von Takimo, Noui und Roboterhund Cox begannen als deutlich für ein jugendliches Publikum zugeschnitten, haben aber im Laufe der Zeit deutlich Entwickelt. So steht jetzt die Suche nach Takimos Ziehvater im Vordergrund und setzt die drei auf die Spur einer großen Intergalaktischen Verschwörung. Ich bin sehr gespannt wo das noch hinführen wird… seit diesem Jahr gibts Takimo auch als legalen Download bei iTunes und Co! Daumen hoch für Team Polaris, die schon beim 18. Abenteuer sind!

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4. Planet Eden

Über Maritim Serien mag man viel Unterschiedliches sagen können, doch bei dieser Serie, die leider immer wieder in Pausen geschickt wird, zeigt mein Daumen gerade nach oben. Nicht weil es eine weitere Abenteuer-Serie ist, nein, man traut sich mutig die Helden auch einmal verlieren zu lassen. Das sehr düstere Szenario in dem die Besatzung des Raumkreuzers Copernicus von einer Mars Mission zurückkehrt und eine nahezu entvölkerte Erde vorfindet ist spannend und schlägt ein ums andere mal ungewöhnliche Pfade ein. Einziges Manko war für mich am Anfang, dass man die Synchron-Sprecher der Simpsons für dieses Hörspiel verpflichtet hat, doch man gewöhnt sich recht schnell daran und dann fällt das kaum noch auf… ich hoffe sehr das es nach Folge 6, die schon sehr finster endete noch weiter geht. Insgesamt sehr Hörenswert!

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December 12

Das Dämonenportal

…ist der letzte Roman von Bestseller Autor Glen Snider, der 1995 erschienen ist und eine zentrale Rolle in “Schatten über Port Hardy” und “Treibjagd in den Abgrund” spielt. Um dem Rechnung zu tragen und die Parallelen aufzuzeigen, habe ich Passagen aus dem Roman ausformuliert. Einen kleinen Auschnitt vom Anfang:

Die Ankunft

Die Sonne stand im Zenit, als mich der kleine Trawler nach langer von Entbehrungen geprägter Reise in Abberleigh Falls ausspie. Als mittelloser, blinder Passagier hatte ich mir die Überfahrt erschlichen, um in den Tiefen des Donnergebirges einen neuen Anfang zu finden und  alles zu vergessen, was vorher war. Das Schicksal geht oft seltsame und grausame Wege, und auch wenn es mir damals noch nicht bewusst war, so war ich vom Regen in die Traufe gekommen.

Mit aller Kraft meines Herzens möchte ich an einen Zufall glauben, der mich eine Woche zuvor im Hafen von Innsmouth an Bord dieses Seelenverkäufers geführt hatte. Tief in mir weiß ich inzwischen, dass eine fremde Art von Vorbestimmung mein Handeln gelenkt hatte, um mich für meine Taten zu bestrafen, wie kein Gericht dieser Welt es hätte tun können.

Ausgemergelt und dem Hungertode nahe schleppte ich mich den Pier entlang, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Und so kam es, dass meine niederen Instinkte obsiegten und ich wahllos zugriff, als ich den Stand des ersten Händlers erreicht hatte. GIERIG schlang ich ein um den anderen Apfel herunter, bevor mich ein Schlag auf den Hinterkopf ins Land der Träume beförderte.[…]

Vom Stil her habe ich versucht, eine moderne Variante von H.P. Lovecrafts Schreibe anzusetzen. Dabei spielt das ganze etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

December 11

Deleted Scenes

Ähnlich wie bei einem Film, so kommt es auch beim Schreiben vor, das man eine Szene schreibt, sie dann aber im Bearbeitungslauf dann doch wieder streicht, weil sie nicht mehr passt, für den Handlungsverlauf nicht wichtig genug ist oder den Flow stöhrt. So auch beim Schreiben von Der Fluch 2.

Die folgende Szene sollte die Eröffnungsszene sein: Ähnlich wie das oft bei amerikanischen TV Serien gemacht wird, hätte es mit einem Bruch beginnen sollen, um a.) den Bezug zum Anfang von Folge 1 herzustellen und b.) eine logische Verbindung zu Folge 2 und c.) eine spätere Figur einzuführen.

Nun aber, nachdem ich den Rest geschrieben hatte, wollte das ganze nicht mehr so passen… deshalb musste diese Szene weichen. Ich will das ganze Euch trotzdem nicht vorenthalten… sie enthält nur bestenfalls leichte Spoiler, also keine Angst….

===

SOUND: EINE FÄHRE DIE KURZ DAVOR IST VON PORT HARDY ZUM FESTLAND ÜBER ZU SETZEN. ES IST EIN SCHIFFSHORN ZU HÖREN UND EINIGE LEUTE DIE SICH UNTERHALTEN. DIE LETZTEN AUTOS FAHREN AUF DIE FÄHRE.

PETE
(WILD GESTIKULIEREND, LEICHT GENERVT…)
Macht schon! Einer Nach dem anderen! Nein, HALT! Genau soweit! Urgs!

STEVIE
Na, Pete (spricht sich Piet)?

PETE
(GENERVT…)
Touristen, ich hasse sie! Haben keine Ahnung wie man seinen Wagen sauber einparkt!

STEVIE
Das wird noch ne tolle Überfahrt! Ahh… bin nachher in Prince Rupert auf ein Bier im Joey’s! Kommst Du auch mit?

PETE
Geht nicht… muss nachher noch nach Port Hardy zurück! Elternbesuch!

STEVIE
Alter Looser!

SOUND: WÄHREND DIE BEIDEN MATROSEN WEITER DIE WÄGEN AUF DIE PLÄTZE EINWEISEN FÄHRT DIE KAMERA WEITER ÜBER DAS DECK! WÄHREND DAS SCHIFF ABLEGT UND MIT EINEM HORNSTOSS FAHRT AUFNIMMT. DER MOTOR HEULT AUF.

CAPTAIN HOLLER
(VON WEITEM)
LEINEN LOS! LOS GEHTS!

MATHILDA
Aber haben sie das von diesem schrecklichen Mord gehört?

KELLY
Da sagen sie was! Man konnte ihn nicht mal mehr identifizieren!

BRENDA
Also ICH habe gehört es wäre der alte Henderson gewesen. Soll sich bei einer Party gestern schon beinahe zu Tode gesoffen haben!

MATHILDA
Unfung! Habe ihn vorhin erst gesehen!

BRENDA
Ich wohne seit 30ig Jahren in Port Hardy, aber so etwas habe ich noch nie erlebt!

KELLY
Tja da denkt man an nichts böses… Ich will heute Mittag erstmal nach Prinz Rupert! Meine Cousine besuchen und…was ist das?

SOUND: DAS SCHIFF BEGINNT BEREITS WÄHREND DER UNTERHALTUNG LEICHT ZU SCHWANKEN. DANN PLÖTZLICH HEBT SICH DAS LANGSAM HECK 4 METER AUS DEM WASSER! AUTOS UND MENSCHEN KUGELN ÜBER BORD

KELLY
Oh Mein Gott! Das Schiff sinkt!(Panisch geschriehen!)

MATHILDA
Haltet Euch bloß fest! Nicht loslassen! (Panisch geschriehen!)

BRENDA
AHHHHHHH

CAPTAIN HOLLER
Das darf doch nicht war sein!

STEVIE
Wir sind auf etwas auf gelaufen! Captain! Der Kahn kriegt Schlagseite!

CAPTAIN HOLLER
(GESCHRIEHEN, MUSS JA ZUM MASCHINENRAUM KLINGEN ^^)
VOLLER STOP!

PETE
Wir haben doch schon längst gestoppt! Wir kriegen immer mehr schieflage!

CAPTAIN HOLLER
Das ist das Ende! AHHHH!!!!

PETE
AHHHHH

STEVIE
AHHHHH

MATHILDA
AHHHH

KELLY
AHHHH!!

SOUND: MIT EINEM GEWALTIGEN RUCK, KNARZEN UND EINEM WASSERPLATSCH IST DAS BOOT WIEDER IN DER WAGERECHTEN

CAPTAIN HOLLER
(AUSSER SICH)
Verdammt, was bei Poseidon war das, Jungs?

STEVIE
Captain, da drüben!

CAPTAIN HOLLER
Jesus, Maria und …. das ist doch… was für ein Riesending!

ABERLEIGH
(VON HINTEN)
Warum muss alles Unbekannte immer gleich als Ding…

PETE
Wenn das ein Wal ist, freß ich einen Besen!

CAPTAIN HOLLER
Masst und Schottbruch! Das IST kein Wal!

MATHILDA
(FÄLLT SCHREIEN IN OHNMACHT!)

KELLY
Mathilda? Alles in Ordnung, komm zu Dir, es ist alles wieder in Ordnung!

===> Insides <===

> Mathilda ist dieselbe, die in Episode 1 auf der Party kurz auftritt.
> “Warum wird alles Unbekannte immer gleich als Ding bezeichnet” ist ein Star Trek Zitat aus dem ersten Kinofilm.
> Captain Holler ist nach Markus Holler benannt, der mir für diverse Projekte schon Musik geschrieben hat (u.a. Another World)

December 1

Dekonstruktion einer Vision

Wer selbst kreativ arbeitet wird es schon erlebt haben. Man arbeitet Stunde um Stunde, Woche um Woche und Monat um Monat an einem Projekt und hat sich mal wieder selbst übertroffen. Dann ist man fertig und lässt das geistige Kind auf den ersten Außenstehenden los – im besten Fall ein Freund, der aber kein Blatt vor den Mund nimmt. Und dann passiert es: Das Szenario ist unglaubwürdig, den Charakteren fehlt Tiefe, der rote Faden hat mehr Knoten als ein Perserteppich.

Man verliert über dem Schreiben gerne mal die Objektivität zu seinem Werk. Das kommt leider vor und zeigt wie wichtig der Außeneindruck ist. Ich sage immer gern, dass für mich Schreiben Krieg zwischen meinen inneren Dämonen und mir ist. Doch der wahre Vorhof zu Hölle steht meiner Schöpfung und mir dann noch bevor.

Hat man das Skript zum ersten Mal fertig – alle Handlungsfäden untergebracht und die Helden gen Sonnenuntergang geschickt – beginnt die Reise erneut. Diesmal gilt es, soviel Abstand wie Möglich zwischen Skript und Autor zu bekommen, um wieder einen neutralen Blick auf das große Ganze zu bekommen. Zusammen mit dem ehrlichen Feedback in der Tasche, wird Szene für Szene, Absatz für Absatz, Dialog für Dialog und Zeile für Zeile mehrfach durchlaufen und man versucht die richtigen Stellschrauben zu finden.

Mal reicht es, die Dialoge umzuschreiben, mal muss ein neues Handlungselement integriert oder vielleicht auch eine Deus Ex Machina bemüht werden. Hat man diesen Prozess 2-3mal durchlaufen, geht das Skript abermals an die Vertrauensperson (evtl. auch eine andere) und man wiederholt die Schritte.

Bisher bin ich bei meinen Geschichten mit 2-3 Revisionen ausgekommen. Jetzt steht mir dieser Prozess beim Fluch2 bevor. Auch wenn man meinen sollte, dass es von Skript zu Skript leichter wird, ist es jedes Mal aufs Neue die Hölle für mich.

Aber – und dessen bin ich mir auch diesmal sicher – am Ende erstrahlt die lose Blattsammlung in neuem Glanz und die Sprecher erfüllen die Charaktere mit neuem Leben. Es wichtig und am Ende zählt das Ergebnis!

Glück auf und möge die Macht mit uns Autoren bei der Bearbeitung sein!

Euer Falk