November 16

Eine Vision entwickeln…

envisioningFür jedes Story-Projekt, sollte man sich Gedanken machen, wohin man damit kommen will. Weder macht es Sinn mit falschen oder überzogenen Ambitionen an einen Stoff heran zu gehen, noch das man eine lieblose Umsetzung einer Idee präsentiert. Statt dessen sollte man sich ein möglichst klares Bild davon machen, was das fertige Stück einmal sein soll – Hinter jedem guten Projekt, steckt immer eine Vision. Und wenn Du es schaffst mit Deiner Vision alle am Produkt beteiligten Menschen anzustecken, überträgt sich das sicher auch auf die Konsumenten.

Mit “Der Fluch” verbinde ich selbst einige hohe Ambitionen, die es jetzt zu erfüllen gilt. Nicht nur war es mir wichtig eine große Verschwörung zu konstruieren, die neugierig auf mehr macht, sondern möglichst einen ganzen Microcosmos an Orten und Personen zu erdenken, die der Welt rund um Glen und Kate Leben einhaucht.

Die Geschichte habe ich auf 6 Teile angelegt, da das eine gute Zahl ist. Es ist realistisch, 6 Hörspiele zu schreiben und zu produzieren. Meiner persönlichen Meinung gibt es schon zu viele Open-End Geschichten, lieber wollte ich ein klares Ziel vor Augen haben und darauf hin schreiben.

Außerdem wollte ich ein wenig J.J. Abrams spielen und eine Mystery-Box im Geiste von Akte X und Twilight Zone entstehen lassen. Sehr ambitioniert und sicher der Hauptgrund, warum Skript 2 immer noch nicht fertig ist. Zwischenzeitlich habe ich mit Brainstorming und Konzeption von anderen Projekten zu beginnen, um den kreativen Flow zu erhalten. Nichtsdestotrotz nähert sich die Treibjagd in den Abgrund der Fertigstellung und es wurden bereits die ersten beiden Gast-Sprecher für Ihre Rollen aufgenommen.

Anders als in Episode 1 sollte es keine Rückblicke in die Vergangenheit geben, sondern Auschnitte aus “Das Dämonenportal” die von einem unbenannten Erzähler, die parallelen zur Story von der Fluch aufzeigen sollen. Dabei ist Glens Gabe keine exakte Wissenschaft, sondern vielmehr ein Kamerawinkeln auf zukünftige Ereignisse. Ob er sie beeinflußen kann, wird die zentrale Frage der Serie sein, den am Anfang sieht er sich als Sklave seiner Bilder. Die Gabe hat ihm seinen Sohn und seine Frau geraubt und ihn zum Einsiedler werden lassen.

Auch wenn es unmöglich ist alle offenen Fragen in dieser zweiten Schlüsselepisode zu erzählen, so ist genau dieses Motiv und der Ursprung von Glens Gabe die Auflösung zu dieser Folge. Der Klimax (und hier wird es noch deutlich spoiliegerer stellt die Gegenüberstellung mit dem sogenannten Besucher dar und es stellt sich die Frage, ob diese Visionen am Ende nicht sich selbst erfüllende Prophezeiungen sind. Aber lasst Euch überraschen, denn es gibt noch viel zu erzählen. Daher hoffen wir auf Eure Unterstützung, damit wir die Geschichte um Glen und Kate zu Ende erzählen können.

Viele Grüße aus der Zwilichtszone,

Euer Falk

November 4

Der perfekte Moment: Die unendliche Stadt

Was ist der perfekte Moment? Für mich ist das ein Augenblick in dem auf eine merkwürdig angenehme Weise sich alles so anfühlt wie es sein soll. Letzten Samstag hatte ich genau so einen Moment, als ich auf dem Rücksitzes eines Motorrollers durch die klare Münchnernacht getragen wurde. Ich hatte ein Bild vor Augen, fast schon zum Greifen nah: Die unendliche Stadt!

“Es ist frisch hier, und ein kaum bekannter Duft steigt mir in die Nase. Es riecht nach Grün, so satt, wie man es nur noch hier findet. Eine kühle briese weht von den nahen Luftaufbereitern herüber. Hier kann ich Nachdenken, finde Trost und Ruhe. Und habe den perfekten Blick über die unendliche Stadt. Sie spannt sich soweit meine Augen sehen können und erfüllt den gesamten Horizont. Es gibt kein oben und kein unten in ihr und es fühlt sich fast so an, als würde ich in ihrer ruhigen, geborgenen Mitte schweben.

Es ist Nacht, wenn auch eine künstliche, denn wie zum Trotz fahren jeden Abend die hellen Strahler der künstlichen Sonne ihre Leistung herunter, um den Bewohnern der unendlichen Stadt ein Gefühl von Heimat zu spenden, die sie schon vor langer, sehr langer Zeit verloren haben.

Das Häusermeer wird von kleinen Lichtern durchflutet, die einem in der Bewegung eingefrorenen Feuerwerk ähneln und ein mattes Licht auf meinen kleinen Zufluchtsort werfen, wie Sterne leicht den Weltraum erhellen.

Der Park ist eine Oase. Die letzte Zuflucht vor der Zivilisation. Und doch kann man sie nur von der oberen und der mittleren Stadt aus erreichen. Natürlich gibt es auch in anderen Teilen der Stadt kleinere Grünanlagen, doch genau dieser Park, der inmitten von allem schwebt ist besonder schön und höchst exklusiv. Offiziell zur Nachtzeit geschlossen haben wir uns schon als Kinder gern hier herauf geschlichen und haben den Anblick genossen, den Blick in die Unendlichkeit.

Jetzt sitze ich hier alleine und denke nach. Die Ereignisse des heutigen Tages reflektieren vor meinem geistigen Auge und es fällt mir diesmal schwer mich an dem Ausblick zu erfreuen. In mir spüre ich das sich etwas geändert hat und ich meine innere Unschuld wohl auf ewig verloren habe. Ich will die Wahrheit wissen. Nicht die offizielle, die man von Vorgesetzten serviert bekommt, nein, die einzig wahre, die als Konstante übrig bleibt, selbst wenn alle schon längst vergangen sind.

Ich werfe einen letzten Blick auf das flackernde Häusermeer das mich umgibt, greife mir meine Uniformjacke und kehre zurück in die reale Welt. Heute noch werde ich der Warheit einen Meilenstiefelschritt näher kommen. Die Wahrheit ist irgendwo da draufen… und ich werde sie finden!”

Es handelt sich hierbei um die Beschreibung eines Ortes aus einem meiner kommenden Hörspiel-Projekte, die ich so lebendig vor Augen hatte, das ich mich fast wie dort vor Ort fühlte. Solche Augenblicke sind leider selten und müssen nicht zwangsläufig mit Geschichten verbunden sein. Orte, Anblicke, Gerüche und Begegnungen können die Auslöser sein.

Doch jetzt erstmal zurück in die Reale Welt und mein Fluch-Projekt abgeschlossen 🙂 aber auf baldiges Wiedersehen, meine Unendliche Stadt… mein Ruheort im Kosmos… bald sehen wir uns wieder!

Euer Falk

November 3

November Tipp: Morland Trilogie – Ein Teil sie zu knechten…

… ein Teil sie zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden. Man möge mir diese Tolkien-Entweihung nachsehen, aber genau das passt sehr gut zum ersten Teil der Morland Trillogie, der bei Headroom bereits vor ein paar Tagen mehr erschienen ist.

In die Rückkehr der Eskatay wird geschickt eine Handlung über mehrere Ebenen aufgebaut und so clever alle Charaktere eingeführt. Dabei überzeugte mich die Adaption des Schwind-Romans von Hörspieler-Preisträger Leonard Koppelmann direkt. Auch wenn man über die erste CD mit mehr Fragezeichen konfrontiert ist, entwickelt sich alles mit steigender Spannung, bis alle im spannungsgelandenen Finale aufeinander treffen. Auch die Cast u.a. aus Ulrich Noethen, Matthias Koeberlin, Bastian Bastewka und vielen Anderen überzeugt durch die Bank weg.

Leider hatte sich die Produktion von Teil 2 und 3 verzögert, aber man verspricht uns die beiden Fortsetzungen für Ende des Jahres! Also jetzt zugreifen, falls noch nicht geschehen: Fantasy auf Höchsten Niveau!

Euer Falk