October 17

Über glaubhafte Charaktere

so, mal wieder etwas philosophieren weil ich gerade verzweifelt an meinem Projekten schreibe… etwas Selbstanalyse hilft mir oft weiter… das schaffen glaubhafter Charaktere… (Der folgende Post ist laut gedacht quasi 😉 also bitte keine Wortklaubereien)

Was macht einen Charakter in einer Geschichte glaubhaft? Ich denke, dass es nicht alleine die großen unbezwingbaren Helden sind, mit denen wir mitfiebern, sondern vielmehr die mit Fehlern. Ein Held der den Berg besteigt, weil er der Held ist und die Prinzessin retten will ist langweilig. Aber wenn man ihm eine tragische Vergangenheit verpasst, inklusive Selbstzweifeln, Depressionen und seinem rechten Bein, dass der Drache gefrühstückt hat, der die Prinzessin gefangen hält, dann könnte da schon eher ein Schuh draus werden.

Die Komponenten sind nicht neu und es wird immer schwerer wirklich neue Ideen zu haben, da so vieles schon da ist. Aber man kann die Elemente schön zu neuen Konstruktionen zusammen setzen und dadurch doch wieder etwas neues schaffen.

Wichtig ist, dass man so seinen Charakteren tiefe geben kann und wenn man sich nicht zu schlimm anstellt, findet der geneigte Leser / Hörer dann einen Bezug zur Geschichte, weil er mitfiebert oder den Bösewicht vertäufelt.

Wichtig und hilfreich ist auch immer, sich Gedanken über die Backstory des werten Helden zu machen. Hat er in einer früheren Situation versagt, ist er eventuell etwas zurück haltender oder gar panisch, wenn er wieder in einer ähnlichen Situation steckt.

Oder hat er früher an Selbstüberschätzung gelitten und wurde sein Ego zurecht gestutzt, jetzt hadert er mit dem Schicksal, gibt sich seinem Selbstmitleit hin und hat vielleicht ein Problem mit dem Zweigenschnapps (bzw. ohne 🙂 )?

Manchmal hilft auch der Realitycheck: Was würde ich tun, wenn ich in der Situation des Helden wäre?

So Basisregeln wieder verinnerlicht und weiterschreiben… los los marsch marsch…

October 17

Auf das Ende kommt es an…

Eine Geschichte besteht im groben aus drei Hauptteilen:

Dem Anfang: Wer, wo, was, wann, wieso und weshalb? Das Setting wird gesetzt und der Protagonist auf eine Reise geschickt.

Der Mitte: Der steinige Weg des Protagonisten und seiner Begleiter durch die Handlung, die möglichst einem roten Faden, den Gesetz der Logik und dem gesunden Menschenverstand folgt. Ein zunehmender Spannungsbogen hilft oft auch weiter ;).

Dem Ende: Das zentrale Ziel jeder Handlung, die hier ihren Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss findet. Und der ist es, der am Ende dem Konsumenten verrät, ob die Geschichte funktioniert hat, oder nur wichtige Minuten / Stunden des eigenen Lebens gekostet hat.

Ich wage die These, dass der Schluss das Schlüsselelement der ganzen Sache ist, da man leicht mit einem falschen Ende, das komplette Kartenhaus einfallen lassen kann, dass man sich seit Anfang aufgebaut hat. Tolle Charaktere eingeführt, sie eine tolle Entwicklung beschreiten lassen und dann kurz vor dem Ziel den Protagonisten plötzlich jeglicher Handlungslogik in ein schwarzes Loch treten lassen.

Ganz so vereinfachen lässt es sich natürlich nicht, denn natürlich dürfen auch gute Geschichten ein schlimmes Ende nehmen. Doch sollten alle Teile schön zusammen passen. Ein schönes Negativbeispiel ist für mich der Film “Blueberry” in dem der niederländische Regisseur Jan Kounen es schafft, aus einer spannenden Comicverfilmung die Indianische Matrix zu machen und dem Ende inklusive Endkampf jegliche Energie und jeden Reiz zu nehmen.

Oder auch der große Steven Spielberg, der es schafft mit dem “Krieg der Welten” eine lebendige, düstere Welt der Hoffnungslosigkeit zu errichten, die er gegen Ende für ein Hollywood Happy End über Bord gehen lässt… am Ende ist doch niemand gestorben, alles wird wieder gut und die Menschheit (und der Familienvater) hat triumphiert. (ersteres gibt die literarische Vorgabe vor, letzteres ist ziemlich fehl am Platz)

Aber es muss auch nicht immer das Comichelden-Zahnpasta-HappyEnd Marke Hollywood sein. Schönes Beispiel dafür ist der mir just über den Weg gerollte Film “Der Nebel”, der basierend auf einer Stephen King Vorlage ein ziemliches Schreckensszenario nebst Emotionaler Tiefschläge und psychischer Ängste errichtet und am Ende mit drei gezielten Faustschlägen in die Magengrube des Konsumenten am Straßenrand liegen lässt.

Den Mittelweg mit steinigem Happy End schafft “Serenity” von Joss Whedon, der sich von einiger sehr liebgewonnen Charakteren trennt, aber dennoch zu einem guten Ende führt… das Böse wird geschlagen und die Wahrheit siegt.

Dabei ist es natürlich die große Herausforderung, über die Handlung hinweg ein Erwartungsgefühl aufzubauen, dass man dann mit einigen gezielt gesetzten Überraschungen noch steigert, um ein Ende zu servieren, dass nicht vorhersehbar, aber dennoch schlüssig und befriedigend ist. Dabei kann befriedigend auch durchaus nachdenklich bedeuten, solange wie gesagt ein schlüssiges Ganzes entsteht, ohne das ich in Logiklöchern eines “Van Helsing” oder in Effektwüsten eines “Battlefield Earth” versinke.

Ich favorisiere gern ein Bad End oder den Mittelweg. Ich finde, der Held muss einer Herausforderung gestellt, eine persönliche und zehrende Reise gemacht und einen Preis gezahlt haben.

October 17

Willkommen in meinem neuen Blog

Liebe Besucherinnen und Besucher,

ob sie nun zufällig hier gelandet sind, oder bewusst: Herzlich willkommen!

Dies ist der neue offizielle Blog von Falk T. Puschmann.

Ich möchte hier nicht nur über meine Lieblingsmedien philosophieren, sondern auch gerne generell über das Geschichten erzählen, Athmosphäre aufbauen und das sagenumwobene Web 2.0.

Feedback und Kommentare sind mir hier ebenso willkommen, wie rege Teilnahme an diskussionen.

Viel Spaß und fröhliches Mitmachen,

Euer / Ihr Falk T. Puschmann